‘mundhöhlenhochwasser’ von gestern

Dienstag, Dezember 4th, 2012
Lebkuchenmann

Ich habe meine ersten Lebkuchen gebacken, juhuu! Das ist insofern grundlegend elementar, da ich der größte Lebkuchenjunkie der Welt bin. Ich verstehe auch bis heute nicht, warum die Hexe aus Hänsel und Gretel auf so zwei Unterschichts-Blagen als Grillgut gewartet hat – an ihrer Stelle hätte ich einfach das Hexenhäuschen selber weggeknuspert.

Egal. Ich kauf mir jetzt ein Industriebackofen und baue mein eigenes Hexenhaus. Die Lebkuchen sind nämlich höchst gelungen!

Freitag, Oktober 19th, 2012
Voodoo Juice

Letzten Winter stolperten Jenny und ich in der Ausstellung des großartigen Fotografen Weegee über ein Plakat. Genauer, über ein Foto mit einem handgeschriebenen Plakat als zentrales Bildmotiv. Geschossen 1956 auf einer New Yorker Party. “Voodoo Juice” stand da in schnörkseligen Lettern. Nun, knapp 60 Jahre später dachten wir uns, könnte das der perfekte Name für einen Energy-Drink sein. Also habe ich mal spaßeshalber ein paar Etiketten entworfen und viele Monate später – also jetzt – die dazugehörigen Plakate. So in etwa stell ich mir das also vor. Irgendwann klebe ich auch mal die Etiketten auf Flaschen. Auf schwarze Flaschen selbstverständlich. Ähnlich dem Ottakringer XVI.

Den Produktnamen als solchen gibt es allerdings schon. Es ist ein Spezialdünger für Hanfpflanzen. Ich bin mir nicht sicher, welche Idee Weegee besser gefallen hätte.

Sonntag, April 15th, 2012
chicken pan

Kleine Kochpremiere: Gestern habe ich zum ersten mal ein (komplettes) Brathuhn gemacht. Ein byzantinisches Zitronen-Honig-Huhn. Das selbsterfundene Rezept muss freilich noch verbessert werden. Beispielsweise, indem ich Honig reingebe, den ich in dieser Version wegen Ermangelung selbigem durch Agavensirup ersetzt habe. Und die Zitrone ließ von der Intensität auch noch zu wünschen übrig. Die Richtung aber, die war astrein.

Knoblauch, Rosmarin, Ananas-Salbei (sic) und eine Stange Zimt.

Dann noch Tomaten, Champignons und Feigen dazu, das Ganze in die Tajine. Fertig.

Freitag, Februar 17th, 2012
butterschlacht

Gestern wurden in unserer Küche die Schützengräben ins Mehl gezogen. Ein prestigeträchtiger Kampf – erbittert ausgefochten. Nichts geringeres, als die Hegemonialmacht am Backrohr galt es zu erobern. Ich gegen meine Mitbewohnerin. Die Waffen: Baby-Tartes. Sie schickte Orangen mit Pinienkaramell in die Schlacht, ich Apfel auf Mascarpone mit Toffifee-Stückchen.

Zum Schluss hieß es üppige Kalorien auf beiden Seiten zu beklagen.

Ihre Creme hätte etwas fester sein können und der Teig dünner. Dafür war ihre Komposition deutlich eleganter und in Sachen Optik überragte sie mich um Längen. Mein Toffifee hätte UNTER die Apfelstückchen gemusst. Jetzt sieht es aus, als wären Brandreste vom Ofenrost runter auf die Tartes gefallen. Geschmacklich schlug die Apfel-Schoko-Karamell-Kombo allerdings ein, wie eine Fliegerbombe in die Dresdner Frauenkirche.

So oder so: Eine Revanche wird unausweichlich sein. Und bis dahin ziehen wir zwei verwundet – aber ungebrochen – in unsere Hauptquartiere ab. Mit einem Bataillon an sündhaft leckeren Baby-Tartes. Und einigen uns vorerst auf unentschieden.

Mittwoch, Februar 8th, 2012
inka-cracker

Da ich zwar ein großer Fan von Cookies bin, mir aber die Zucker- und Butterdichte dieser amerikanischen Krümelleckereien schon immer suspekt war, habe ich etwas total neues erfunden: einen Amaranthkeks. Zumindest diesen einen speziellen Amaranthkeks. Meinen. Amaranth ist ein Pseudogetreide aus den Tiefen Brasiliens und weiß selber nicht, wie es geschrieben wird. Entweder mit “th” am Schluss oder nur mit “t”. Die Suchmaschinen-Meinungen gehen auseinander. Hierzulande wird es vor allen in gepuffter Form an den Kunden gebracht, was meine Kekse so schön lockerleicht und bekömmlich macht. Das Feedback war bisher einhellige Begeisterung. Die, aus meinen eigenen Hirnwindungen gemolkene Rezeptur beinhaltet bis jetzt zwei Geschmacksrichtungen: Vanillemandel, bzw. Limette & Cashew. Weitere hocharomatische und mit sicherer Hand kombinierte Sorten sowie eine designaward-verdächtige Verpackung werden folgen.

Sonntag, August 7th, 2011
tonhauben

Das, was ein wenig wie ein lustiger Hut aussieht, ist in Wirklichkeit aus Ton und zum Kochen. Genauer: Eine Tajine aus Marokko. Von der Mechanik her eine Mischung aus Wok und Römertopf. Wer es authentisch mag, isst direkt aus dem Gefäß. Auf jeden Fall wirkt es sehr gesellig und ist zudem ein schönes Küchenspielzeug. Sprich: Zwei unschlagbare Gründe, um es nun mein Eigen nennen zu können.

Sonntag, Juli 24th, 2011
handgemachtes aus der langen gasse

Weil es immer wieder von neuem Spaß macht zuerst den Kochlöffel und dann den Graphic-Pen zu schwingen, bin ich dazu übergegangen meinen kulinarischen Endprodukten einen Namen plus Verpackung zu geben.

Unter dem Branding LONG LANE & COMPANY gibt’s also ab nun diverses Essbares von mir. Ingwerlimonade, Marzipan und Knuspermüsli. Zumindest theoretisch. Die Verpackungen für Eis, Brot und Tartes folgen noch … In unbestimmter Zukunft.


Die Schrift für meine MUESLIs ist nebenbei bemerkt ,Canela‘ von Christian Groß.

Montag, Juni 13th, 2011
hasta la victoria cupcake!

Drei junge Voralbergerinnen haben sich sowohl gegen pampige Industrie-Backwaren verschrieen, als auch gegen grausige Kaffeehäuser, die verstaubte Touristenfallen sind. Zu Dritt sind sie die Guerilla-Bakery! Im Kampf um leckere Mehlspeisen stellen sich die Schneebesen-Che-Guevaras an die Rührschüssel und backen im Untergrund süße Gaumenfreuden. Später dann kann man den Schleckerkram bei ihnen im umdekorierten Hippster-Wohnzimmer käuflich erwerben. Einmal im Monat – gestern zum Beispiel.

Schöne Idee.

Montag, Juni 6th, 2011
süß & knusprig

Wenn man zu viel Zeit hat, die man aber nicht ganz sinnlos verschleudern möchte, widmet man sich einfach den schönen Dingen seines Lebens. Sprich dem, was man kann – bzw. noch ein bisschen besser können möchte. Die Bäckerei wird es zwar leider niemals geben, die Mango-Kokos-Tarte hingegen war ganz real.

Mittwoch, Mai 18th, 2011
so langsam gehts

Zugegeben: Es hat ziemlich lange gedauert mal den Anfang zu wagen. Mit ein bisschen Neugierde und Mut einfach loszulegen. Mehl und Wasser zusammen zu rühren und einen guten Sauerteigstarter zu bauen. Überhaupt mal den Grundgedanken zu verstehen. Aber so ganz richtig ist es noch nicht, irgendwas geht noch immer schief. Entweder wird die Kruste nicht knusprig genug oder man hat es wieder zu gut gemeint und das Brot wird zu sauer. Ganz schlimm ist es immer dann, wenn zunächst alles nach Plan läuft. Der Teig geht auf … und auf … und dann ist man beim Heben aus der Schüssel einen kurzen Moment unvorsichtig. Schwupps –  man reißt ein kleines Loch in den Teigballon. Die Luft entweicht und das Ganze schlufft in sich zusammen wie enttäuschte Hoffnung. Aber das Gespür wächst – von Versuch zu Versuch immer ein wenig mehr.