‘mundhöhlenhochwasser’ von gestern

Montag, Februar 4th, 2013
nice to sweet you

Vorhin, als ich mir im Billa ums Eck ein paar lose Zutaten für mein Abendmahl kaufen wollte, sprang mir gleich hinter den Sperrbügeln ein Display mit süßer Typografie ins Auge. Im wahrsten Wortsinne. Lindt hat eine neue Produktlinie auf den ohnehin schon total überfüllten Schokomarkt geworfen. Das Hipster-Sortiment. Mit Nougat-Crunch, Strawberry-Cheesecake, Cookie-Kram oder Caramel-Brownie. Halt alles, was der trendige Stadtmensch von seinem Cupcake-Café im Szene-Kiez kennt.

Ich mag ja solche kitschige Art der Gestaltung. Mich hat’s voll gepackt. Und dann noch mit Glanzlack und Prägung. Yuppieh! Außerdem zolle ich allen Respekt für Lindt. Dass die so ein Ding durchziehen. So gaaaaaanz weit weg, von den schmierigen Kakaoköchen in ihrer Deluxe-Konditorei, die mit pathologischer Hingabe in den Kupferkesseln rühren. Für mich war die Marke bis dato eher für reiche Oberschichten-Omas, die alle Hände voll zu tun hatten, um die üppige Kriegsrente ihres verstorbenen Gatten unters Volk zu bringen. Mit teurer Schoki für die Damen vom Kaffeekränzchen oder die hyperaktiven Enkelkinder. Für letztere gerne den Goldhasen samt Pimp-Glöckchen. Kurz: Lindt kauften solvente Seniorinnen, denen „Edle Tropfen in Nuss“ von Trumpf zu sehr Plattenbau-Süßkram war.

Ob die neue Hipsterlinie aber auch Geschmacklich was kann, werd ich wohl erst am Samstag erfahren. Die Omasachen haben sie bisher ja ganz gut hinbekommen.

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Samstag, Januar 12th, 2013
Vorbei mit der Völlerei

Ich lasse es momentan essensmäßig etwas ruhiger angehen. Wegen Weihnachten und Plätzchen und so. Keinen Zucker, kein übermäßiges Fett und kein Getreide mehr (Weizen, Dinkel + Roggen – davon isst man eh immer zu viel).

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Echt jetzt! Ganze drei Monate lang. Aber mindestens zwei!

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So was wie der Alpenburger hier mit Rösti, Speck und Spiegelei geht dann also gar nicht … normal.
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Denn dass ich die drei Monate auch schaffe, hab ich mir einen Trick überlegt: Samstags gilt das nicht.

Sonntag, Dezember 16th, 2012
Kaki: Kiwi 2.0 – oder das Smartphone unter den Früchten

Bis Anfang der Achtziger waren Kiwis in Deutschland ein seltenes und höchst freakiges Exotikschmankerl. Genauso absurd wie Mobiltelefone. So was hatten nur die wohlhabenden Early-Adopter im Obstsalat. Und bis vor ein paar Jahren kannten Kakis, diese Riesenphysalis, wahrscheinlich auch nur die Thailand-Touristen oder trendige Kulinarik-Blogger unter uns. Ich zumindest nicht.

Also keine Ahnung, wann ich meine erste Kaki gegessen habe. Aber heuer stehen sie ganz oben auf meinem Obst-Speiseplan. Ich steh auf dieses dezente Lebkuchenaroma der Früchte. Das ideale Weihnachtsobst.

Meine Begeisterung gelten aber nur den festen Sharonkakis. Nicht den kleineren und runden Kakis,die erst verzehrt werden, wenn sie schon ganz glibberig-weich sind. Dann löffelt man sie aus wie Kiwis. Das ist nicht so mein Ding. Da bleibe ich lieber beim neuseeländischen Kiwi-Original. Dem guten alten B-Netz unter den Supermarktobsten. Dem B-Netz, tse … wo man noch wissen mussten, in welchem Vorwahlkreis sich die gewünschte Gesprächsperson befand. Vollkommen absurd heutzutage.

Dienstag, Dezember 4th, 2012
Lebkuchenmann

Ich habe meine ersten Lebkuchen gebacken, juhuu! Das ist insofern grundlegend elementar, da ich der größte Lebkuchenjunkie der Welt bin. Ich verstehe auch bis heute nicht, warum die Hexe aus Hänsel und Gretel auf so zwei Unterschichts-Blagen als Grillgut gewartet hat – an ihrer Stelle hätte ich einfach das Hexenhäuschen selber weggeknuspert.

Egal. Ich kauf mir jetzt ein Industriebackofen und baue mein eigenes Hexenhaus. Die Lebkuchen sind nämlich höchst gelungen!

Freitag, Oktober 19th, 2012
Voodoo Juice

Letzten Winter stolperten Jenny und ich in der Ausstellung des großartigen Fotografen Weegee über ein Plakat. Genauer, über ein Foto mit einem handgeschriebenen Plakat als zentrales Bildmotiv. Geschossen 1956 auf einer New Yorker Party. „Voodoo Juice“ stand da in schnörkseligen Lettern. Nun, knapp 60 Jahre später dachten wir uns, könnte das der perfekte Name für einen Energy-Drink sein. Also habe ich mal spaßeshalber ein paar Etiketten entworfen und viele Monate später – also jetzt – die dazugehörigen Plakate. So in etwa stell ich mir das also vor. Irgendwann klebe ich auch mal die Etiketten auf Flaschen. Auf schwarze Flaschen selbstverständlich. Ähnlich dem Ottakringer XVI.

Den Produktnamen als solchen gibt es allerdings schon. Es ist ein Spezialdünger für Hanfpflanzen. Ich bin mir nicht sicher, welche Idee Weegee besser gefallen hätte.

Sonntag, April 15th, 2012
chicken pan

Kleine Kochpremiere: Gestern habe ich zum ersten mal ein (komplettes) Brathuhn gemacht. Ein byzantinisches Zitronen-Honig-Huhn. Das selbsterfundene Rezept muss freilich noch verbessert werden. Beispielsweise, indem ich Honig reingebe, den ich in dieser Version wegen Ermangelung selbigem durch Agavensirup ersetzt habe. Und die Zitrone ließ von der Intensität auch noch zu wünschen übrig. Die Richtung aber, die war astrein.

Knoblauch, Rosmarin, Ananas-Salbei (sic) und eine Stange Zimt.

Dann noch Tomaten, Champignons und Feigen dazu, das Ganze in die Tajine. Fertig.

Freitag, Februar 17th, 2012
butterschlacht

Gestern wurden in unserer Küche die Schützengräben ins Mehl gezogen. Ein prestigeträchtiger Kampf – erbittert ausgefochten. Nichts geringeres, als die Hegemonialmacht am Backrohr galt es zu erobern. Ich gegen meine Mitbewohnerin. Die Waffen: Baby-Tartes. Sie schickte Orangen mit Pinienkaramell in die Schlacht, ich Apfel auf Mascarpone mit Toffifee-Stückchen.

Zum Schluss hieß es üppige Kalorien auf beiden Seiten zu beklagen.

Ihre Creme hätte etwas fester sein können und der Teig dünner. Dafür war ihre Komposition deutlich eleganter und in Sachen Optik überragte sie mich um Längen. Mein Toffifee hätte UNTER die Apfelstückchen gemusst. Jetzt sieht es aus, als wären Brandreste vom Ofenrost runter auf die Tartes gefallen. Geschmacklich schlug die Apfel-Schoko-Karamell-Kombo allerdings ein, wie eine Fliegerbombe in die Dresdner Frauenkirche.

So oder so: Eine Revanche wird unausweichlich sein. Und bis dahin ziehen wir zwei verwundet – aber ungebrochen – in unsere Hauptquartiere ab. Mit einem Bataillon an sündhaft leckeren Baby-Tartes. Und einigen uns vorerst auf unentschieden.

Mittwoch, Februar 8th, 2012
inka-cracker

Da ich zwar ein großer Fan von Cookies bin, mir aber die Zucker- und Butterdichte dieser amerikanischen Krümelleckereien schon immer suspekt war, habe ich etwas total neues erfunden: einen Amaranthkeks. Zumindest diesen einen speziellen Amaranthkeks. Meinen. Amaranth ist ein Pseudogetreide aus den Tiefen Brasiliens und weiß selber nicht, wie es geschrieben wird. Entweder mit „th“ am Schluss oder nur mit „t“. Die Suchmaschinen-Meinungen gehen auseinander. Hierzulande wird es vor allen in gepuffter Form an den Kunden gebracht, was meine Kekse so schön lockerleicht und bekömmlich macht. Das Feedback war bisher einhellige Begeisterung. Die, aus meinen eigenen Hirnwindungen gemolkene Rezeptur beinhaltet bis jetzt zwei Geschmacksrichtungen: Vanillemandel, bzw. Limette & Cashew. Weitere hocharomatische und mit sicherer Hand kombinierte Sorten sowie eine designaward-verdächtige Verpackung werden folgen.

Sonntag, August 7th, 2011
tonhauben

Das, was ein wenig wie ein lustiger Hut aussieht, ist in Wirklichkeit aus Ton und zum Kochen. Genauer: Eine Tajine aus Marokko. Von der Mechanik her eine Mischung aus Wok und Römertopf. Wer es authentisch mag, isst direkt aus dem Gefäß. Auf jeden Fall wirkt es sehr gesellig und ist zudem ein schönes Küchenspielzeug. Sprich: Zwei unschlagbare Gründe, um es nun mein Eigen nennen zu können.

Sonntag, Juli 24th, 2011
handgemachtes aus der langen gasse

Weil es immer wieder von neuem Spaß macht zuerst den Kochlöffel und dann den Graphic-Pen zu schwingen, bin ich dazu übergegangen meinen kulinarischen Endprodukten einen Namen plus Verpackung zu geben.

Unter dem Branding LONG LANE & COMPANY gibt’s also ab nun diverses Essbares von mir. Ingwerlimonade, Marzipan und Knuspermüsli. Zumindest theoretisch. Die Verpackungen für Eis, Brot und Tartes folgen noch … In unbestimmter Zukunft.


Die Schrift für meine MUESLIs ist nebenbei bemerkt ,Canela‘ von Christian Groß.