‘mundhöhlenhochwasser’ von gestern

Samstag, Juni 15th, 2013
Am Ende die Erdnuss

Bei meinen Besuchen in New York habe ich mich ausschließlich von Snapples Kiwi/Strawberry und M&Ms Peanutbutter ernährt. Zu Beginn meiner Wienzeit fand ich dankenswerterweise ein Geschäft, dass vorübergehend besagtes Snapple verkauft hatte. Jetzt, kurz vor Ende, treffe ich im Neunten auf einen Übersee-Candyshop und siehe da: Die Erdnussbutter-Schokodrops! Snapple hatten die zwar keines, aber dafür die gleiche Geschmacksrichtung von der Konkurrenz. Auch OK. Als Bonus gab es eh noch Kokos-M&Ms obendrauf. Ich frage mich bei so etwas immer, weshalb MARS Inc. nicht auch die deutschen, respektive österreichischen Supermärkte mit diesen Geschmacksrichtungen flutet. Ein großer Mehraufwand kann es ja wohl nicht sein. Wobei – bei Kokos ist es vielleicht auch besser so.

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Sonntag, März 24th, 2013
die kleinen französinnen

Ich habe mir ein neues Küchenspielzeug zugelegt: ein Backblech für Madeleines. Das sind diese kleinen französischen Sandkuchen in Muschelform. Ursprünglich mit nur Zitronenaroma verfeinert, kann man natürlich alles Mögliche rein geben. Vanille, Zimt, Nüsse, Himbeeren, Heidelbeeren, weiße Schokolade, geschmolzene Schokolade, Schokoladenstückchen, Schokoladenüberzug, Schokoladenstückchen mit Schokoladenüberzug, Goldstaub, Diamanten, Königreiche.

Diese Vielfältigkeit macht neben ihrer verspielten Form gerade den Reiz der Süßmuscheln aus. Und weil sie ideal fürs Picknick oder dergleichen sind. Der Frühling ist also in meinen Backofen eingekehrt – wenn schon draussen noch der Schnee stur vor sich hin rieselt.

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Donnerstag, Februar 28th, 2013
Voröffnungs-Verköstigung

Vom Eis Greissler, einem fabelhaften Bio-Eisladen im 1. Bezirk, habe ich ja schon mal berichtet. Morgen startet er seine – eins, zwei, drei – dritte Sommersaison. Und für heute hat er zu einer Pre-Opening Verköstigung geladen. Via Facebook-Gewinnspiel. Ich habe mitgemacht und gewonnen. Mit unten stehendem, abgewandeltem Goethe-Gedicht. Der war ja auch so ein verfressenes Schleckermaul.

Schoko, Alpenkaramel, Birne, Apfelkuchen, Schoko-Erdnuss, Erdbeere … Ich glaube, so viel Eis habe ich in meinem Leben noch nie gegessen. Aber alles phänomenal köstlich. Wie immer.

Der österliche Eisspaziergang:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick.
Und doch: da erwacht des Gaumens Schwäche
und wünscht sich ewiges Eis zurück.
Bei Butterkeks und Topfencreme. Bei Himbeerfrucht und Haselnuss.
Mit eierfreiem Schokotraum und Alpenglühn mit Karamellgenuss.
Da darf es wieder kälter sein, ganz eisig und so himmlisch süß,
weil nun das beste aus der Biomilch, gradwegs in den Froster fließt.
Heraus dann kommt das Greissler Eis, der Wiener liebste Sommerspeis.
die bei Praterspaß und Donauschwimmen
von Greisslers kalten Freuden singen:
“So jauchzet laut und stimmt mit ein –
Hier darf ich schlecken, hier darf ich sein!”

(frei nach Goethe)

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Freitag, Februar 15th, 2013
Eine Portion Gezirrptes

In der Schule habe ich mal, um ein Mädchen beeindrucken zu wollen, vor ihren Augen selbstgegrillte Heuschrecken gegessen. Was freilich 100 Prozent gepflegt daneben ging. Immerhin war ich da schon in der zwölften Klasse! Nie wieder habe ich mich gegenüber eines anderen Menschen so sehr zum Vollpfosten gemacht.

Heutzutage, bei schwindenden Ressourcen mit zeitgleich erschreckender Überproduktion in der Massentierhaltung, gehechseltes Fury in der Tiefkühl-Lasagne und einem Freundeskreis voller Veganer, Lacto-Vegetariern oder Glutenunverträglichen, ist das natürlich anders. Da klingt Heuschrecken-Essen ein bisschen nach “Welt retten” und könnte das “neue Ding” in der hippen Berliner Szenegastronomie werden. Wer weiß das schon.

Vom Geschmack sind die Dinger jedenfalls schon okay. Je nach dem, wie man sie halt würzt. Vom Essgefühl im Mund aber doch etwas spelzig und blättrig. Ich habe vor kurzem gehört, dass die EU versucht per Kampagne ihren Bürgern Heuschrecken als Fleischalternative ans Herz, bzw. auf den Teller zu legen. Weil die Drecksrinder die Atmosphäre voll pupsen und unser kostbares Wasser wegsaufen. Wird schätzungsweise ein bisschen schwer werden. Unsere Zungen sind an diese Chinin-Konsistenz einfach nicht gewöhnt. Aber mal schauen. Ich bin prinzipiell dafür.

Rumgekriegt habe ich das Mädel damals also nicht. Dafür moralisch haushoch gewonnen! Nimm das, du klimavernichtende, Kuhfurz-tolerierende und am Leid der Massentierhaltung ergözende Fleischfetischistin. Dafür schmorst du in der Bratfett-Hölle.

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Montag, Februar 4th, 2013
nice to sweet you

Vorhin, als ich mir im Billa ums Eck ein paar lose Zutaten für mein Abendmahl kaufen wollte, sprang mir gleich hinter den Sperrbügeln ein Display mit süßer Typografie ins Auge. Im wahrsten Wortsinne. Lindt hat eine neue Produktlinie auf den ohnehin schon total überfüllten Schokomarkt geworfen. Das Hipster-Sortiment. Mit Nougat-Crunch, Strawberry-Cheesecake, Cookie-Kram oder Caramel-Brownie. Halt alles, was der trendige Stadtmensch von seinem Cupcake-Café im Szene-Kiez kennt.

Ich mag ja solche kitschige Art der Gestaltung. Mich hat’s voll gepackt. Und dann noch mit Glanzlack und Prägung. Yuppieh! Außerdem zolle ich allen Respekt für Lindt. Dass die so ein Ding durchziehen. So gaaaaaanz weit weg, von den schmierigen Kakaoköchen in ihrer Deluxe-Konditorei, die mit pathologischer Hingabe in den Kupferkesseln rühren. Für mich war die Marke bis dato eher für reiche Oberschichten-Omas, die alle Hände voll zu tun hatten, um die üppige Kriegsrente ihres verstorbenen Gatten unters Volk zu bringen. Mit teurer Schoki für die Damen vom Kaffeekränzchen oder die hyperaktiven Enkelkinder. Für letztere gerne den Goldhasen samt Pimp-Glöckchen. Kurz: Lindt kauften solvente Seniorinnen, denen “Edle Tropfen in Nuss” von Trumpf zu sehr Plattenbau-Süßkram war.

Ob die neue Hipsterlinie aber auch Geschmacklich was kann, werd ich wohl erst am Samstag erfahren. Die Omasachen haben sie bisher ja ganz gut hinbekommen.

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Samstag, Januar 12th, 2013
Vorbei mit der Völlerei

Ich lasse es momentan essensmäßig etwas ruhiger angehen. Wegen Weihnachten und Plätzchen und so. Keinen Zucker, kein übermäßiges Fett und kein Getreide mehr (Weizen, Dinkel + Roggen – davon isst man eh immer zu viel).

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Echt jetzt! Ganze drei Monate lang. Aber mindestens zwei!

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So was wie der Alpenburger hier mit Rösti, Speck und Spiegelei geht dann also gar nicht … normal.
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Denn dass ich die drei Monate auch schaffe, hab ich mir einen Trick überlegt: Samstags gilt das nicht.

Sonntag, Dezember 16th, 2012
Kaki: Kiwi 2.0 – oder das Smartphone unter den Früchten

Bis Anfang der Achtziger waren Kiwis in Deutschland ein seltenes und höchst freakiges Exotikschmankerl. Genauso absurd wie Mobiltelefone. So was hatten nur die wohlhabenden Early-Adopter im Obstsalat. Und bis vor ein paar Jahren kannten Kakis, diese Riesenphysalis, wahrscheinlich auch nur die Thailand-Touristen oder trendige Kulinarik-Blogger unter uns. Ich zumindest nicht.

Also keine Ahnung, wann ich meine erste Kaki gegessen habe. Aber heuer stehen sie ganz oben auf meinem Obst-Speiseplan. Ich steh auf dieses dezente Lebkuchenaroma der Früchte. Das ideale Weihnachtsobst.

Meine Begeisterung gelten aber nur den festen Sharonkakis. Nicht den kleineren und runden Kakis,die erst verzehrt werden, wenn sie schon ganz glibberig-weich sind. Dann löffelt man sie aus wie Kiwis. Das ist nicht so mein Ding. Da bleibe ich lieber beim neuseeländischen Kiwi-Original. Dem guten alten B-Netz unter den Supermarktobsten. Dem B-Netz, tse … wo man noch wissen mussten, in welchem Vorwahlkreis sich die gewünschte Gesprächsperson befand. Vollkommen absurd heutzutage.

Dienstag, Dezember 4th, 2012
Lebkuchenmann

Ich habe meine ersten Lebkuchen gebacken, juhuu! Das ist insofern grundlegend elementar, da ich der größte Lebkuchenjunkie der Welt bin. Ich verstehe auch bis heute nicht, warum die Hexe aus Hänsel und Gretel auf so zwei Unterschichts-Blagen als Grillgut gewartet hat – an ihrer Stelle hätte ich einfach das Hexenhäuschen selber weggeknuspert.

Egal. Ich kauf mir jetzt ein Industriebackofen und baue mein eigenes Hexenhaus. Die Lebkuchen sind nämlich höchst gelungen!

Freitag, Oktober 19th, 2012
Voodoo Juice

Letzten Winter stolperten Jenny und ich in der Ausstellung des großartigen Fotografen Weegee über ein Plakat. Genauer, über ein Foto mit einem handgeschriebenen Plakat als zentrales Bildmotiv. Geschossen 1956 auf einer New Yorker Party. “Voodoo Juice” stand da in schnörkseligen Lettern. Nun, knapp 60 Jahre später dachten wir uns, könnte das der perfekte Name für einen Energy-Drink sein. Also habe ich mal spaßeshalber ein paar Etiketten entworfen und viele Monate später – also jetzt – die dazugehörigen Plakate. So in etwa stell ich mir das also vor. Irgendwann klebe ich auch mal die Etiketten auf Flaschen. Auf schwarze Flaschen selbstverständlich. Ähnlich dem Ottakringer XVI.

Den Produktnamen als solchen gibt es allerdings schon. Es ist ein Spezialdünger für Hanfpflanzen. Ich bin mir nicht sicher, welche Idee Weegee besser gefallen hätte.

Sonntag, April 15th, 2012
chicken pan

Kleine Kochpremiere: Gestern habe ich zum ersten mal ein (komplettes) Brathuhn gemacht. Ein byzantinisches Zitronen-Honig-Huhn. Das selbsterfundene Rezept muss freilich noch verbessert werden. Beispielsweise, indem ich Honig reingebe, den ich in dieser Version wegen Ermangelung selbigem durch Agavensirup ersetzt habe. Und die Zitrone ließ von der Intensität auch noch zu wünschen übrig. Die Richtung aber, die war astrein.

Knoblauch, Rosmarin, Ananas-Salbei (sic) und eine Stange Zimt.

Dann noch Tomaten, Champignons und Feigen dazu, das Ganze in die Tajine. Fertig.