‘zur lage des ichs’ von gestern

Montag, März 23rd, 2015
Zeitung hinter Glas

Die goldenen Tage des Prints sind ja schon länger vorbei. Irgendwann wird sich ein gewisser (Niedrig)Pegel bei den Verlagen eingestellt haben, während der große Kuchen “Online” in Abertausende Stücke aufgeteilt werden muss.

Wo es allerding noch Luft nach oben gibt, ist beim Lesezubehör fürs Tablet. eBooks gibt es zwar schon an jeder Homepage-Ecke, bei e-Magazinen sieht es streckenweise aber noch recht mau aus. All zu oft sind die Digital-Gazetten vom iTunes-Zeitungskiosk nur aufgepimpte Druck-PDFs. Ein paar Links reingeknallt und die reingelayouteten Bilder als Galerie zusammengestückelt. Fertig ist die Zweitverwertung. Das da aber noch was ganz anderes vor der Tür bzw. dem USB-Port steht, zeigt meine kleine Spielerei da oben. Nicht, dass ich da der Erste bin. Aber noch früh genug, um nicht abseits am Rand stehen zu müssen.

Sonntag, Februar 22nd, 2015
The heat is on

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Endlich. Nach über zwei Monaten Wartezeit darf nun der Kochlöffel, der Schneebesen, der Bratenwender, die Wokpfanne oder einfach nur das Tanzbein vor Freude geschwungen werden. Erst machts Klicker-Klicker-Klicker. Dann Wosch! Und dann ist er an, der erste Gasherd meines Lebens. Was habe ich lange darauf gewartet. Dabei meine ich jetzt nicht nur die Zeit vom letzten Dezember an.

Dienstag, Februar 10th, 2015
www.pielmayer.de

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Online! Endlich!

Nach ewigen Jahren gibt es auf www.pielmayer.de endlich wieder etwas zusehen. Und zwar mein Autorenportrait mit den Links zu den Kurzgeschichten (und Viva la Pizza). Möglich gemacht hat das ein neues Tool von Adobe – mit Namen MUSE –, welches ich mir mal testweise zu Gemüte geführt habe und völlig begeistert davon bin. Ein typisches WYSIWYG. Wandelt den ganzen Klump selbstständig in HTML um. Bisher war Internet für mich ja knallhartes Neuland – also gestalterisch. Vergangenheit.

Bleibe auf jeden Fall dran an der Sache. Hab da echt ne Begeisterung für entwickelt.

Jetzt aber mal viel Spaß beim durchklicken. www.pielmayer.de

Sonntag, Januar 4th, 2015
Zu Dr. Sommer-Zeiten

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Was da oben aussieht wie der Kopf eines Kaninchens oder die Fänge einer Spinne (vom Betrachter aus) ist meine ganz persönliche Kinostatistik. Angefangen einst bei “Der Prinz aus Zamunda” oder so.  Irgendwann, als man BRAVO oder POPCORN oder auch MÄDCHEN von der großen Schwester las. In diese postpupertären Zeiten bin ich seit Wien zurück gefallen. Mit meinen Kinobesuchen – nicht der Teenie-Lektüre. 2008 vergaß ich übrigens ganz zu zählen. Die Kinokarten hierfür verstauben gerade in einer norddeutschen Scheune. Wird also noch nachgeholt.

Beunruhigend weiterhin der letztjährige Einbruch nach einem schwachen Aufwärtstrends von 2010 bis 2013. Aber im Nachtzug nach Wien gab es halt leider kein Kinoabteil. Tja. Grund genug im Jahre 2015 a.D. wieder ausgiebig zum Lichtspieltheater seines Vertrauens zu pilgern. Vorsichtshalber hole ich mir auch gleich die CINEPLEXX Bonus-Card. Für 10.000 Bonuspunkten erhalte ich einen Kinoabend mit 10 meiner Freunde. Dafür werde ich unglücklicherweise auch jeden Til-Schweiger-Film ansehen müssen – aber egal. Hauptsache das Diagramm-Karnickel bekommt heuer einen buschigen Schwanz hinten. Und vielleicht wirds ja auch ein Eichhörnchen.

Wer sich übrigens fragt, was in aller Welt mir 2001 in die Statistik geflogen ist, dem sei gesagt, dass es sich dereinst um ein Jahr voll Liebeskummer handelte. 2008 dann erneut. (Nur am Rande erwähnt.) Die nachzuholende Zählung wird also rasch erledigt sein.

Donnerstag, Januar 1st, 2015
Ein Jahr vor, eines zurück

Da bin ich also wieder. Fange da an, wo ich aufgehört habe. Manchmal kommt es mir vor, als wäre die Zeit einfach nur ein überdimensionaler Regler, den man nach belieben hin und her drehen kann. Typisch Zeitreisender halt. Aber eines war dabei deutlich zu spüren: time-travelling ist irrsinnig kraftraubend. Drei Umzüge in den letzten 18 Monaten. Mitsam allem Hab und Gut und dem gesamten Hofstaat.

Neulich habe ich aufgeschnappt, dass die drei stressigsten Dinge für einen Menschen, Scheidung, Umzug oder der Tod eines nahen Verwandten sind. So gesehen habe ich in den vergangenen eineinhalb Jahren meine halbe Familie verloren.

Die Küche hier ist immer noch nicht fertig, weil mein Herd der Spedition vom Laster gefallen ist. Nein – das ist jetzt kein Synonym für gestohlen oder umsonst. Geraubt wurde, wenn überhaupt, nur mir etwas – nämlich meine Nerven. (Okay, nicht nur meine). Aber dennoch: es wird so langsam wohnlich in der Inception-Bude hier, der schwummrigen Pulverturmhöhle im 9. Bezirk. In den chaotischen Tiefen des Alsergrunds flackert nun ein heimeliger Kerzenschein. Ein paar Bilder hängen auch schon. Sogar das fließend Wasser funktioniert endlich.

2015 kann also kommen. Ich werd’s ruhiger angehen lassen. Versprochen. Außerdem würden sich eh keine freiwilligen Umzugshelfer mehr finden. Die haben ihren Soll erfüllt. Aber dennoch ist Deutschland immer noch Fußball-Weltmeister und in Kölle wird sich schon wieder auf Karneval vorbereitet. Sprich – hat doch irgendwie alles ganz gut geklappt.

In diesem Sinne: Ein schönes neues Jahr euch allen. Lehrreich, abenteuerlich, wunderschön und erfüllend.

Montag, Dezember 15th, 2014
Wien. Erneut.

Wien. Erneut. Gewählte Heimat. Zuhause. Zur Zeit noch ein dunkles, unaufgeräumtes Zimmer. Mein Zimmer. Jemand hat das Fenster offen gelassen. Und das im Dezember.
Dunkel ist es. Mehr schwarz, als grau. Doch die Möbel sind zu erkennen. Schattenhaft. Einige stehen quer oder stapeln sich hoch. Und man weiß von dem einzigartigen Duft, der in jeden ihrer Ritzen wohnt. Dieser ewig süßlich-melancholische Geruch der Verwesung. Zuckersüß und faulig. Jetzt vorübergehend genommen von Staub und Kälte.

Ich wandle durch die Stadt. Folge meinen Schritten. Leben flattert im Wind und wird schnell eine Gasse weiter geweht. An den Wänden Plakate vergangener Euphorien. Violetten Sommern und karierten Oktobern.
Halb blind tastet man sich vorwärts. Traut den wabernden Schatten nicht. Was sich alles in ihnen verbergen könnte: Leere. Fallen. Furcht.

Man kennt sein Zimmer, weiß, wo alles steht. Aber die Farben, die Farben hat man nur in seinem Kopf.
So harre ich aus bis das Dunkel bricht. Bis die Schatten verenden im Morgenlicht.

Sonntag, November 30th, 2014
Im Unterbewusstsein

Wir haben eine Wohnung! Am Alsergund. Nach gar nicht mal all zu langer Zeit suchen, wie ich finde. Zumindest rechtzeitig, um in der frisch gebackenen Behausung ins neue Jahr zu starten. Und wenn meine erste Wiener Wohung in der Langen Gasse (mit ihrer zentralen Lage, dem Erker und dem Blick bis rüber auf die Alser Straße) wie ein neugieriges Neigen in die Stadt war – so ist die zweite Wohung nun tief im Unterbewusstein meiner erneuten Wirkungsstätte verankert. Mitten im 9. In einer kleinen Seitengasse. Im Hinterhaus. Umgeben von Höfen und Mauern. Eine Höhle aus Altbau. Der innere Kasten eines Labyrinthes. Eine Matrjoschka-mäßige Inception-Butze. Im 7 1/2 Stock, wo es direkt ins Hirn von John Malkovic geht. Oder in diesem Fall von Karl Markovics (Den gibt es wirklich! TV-Serie “Stockinger” und Oscarfilm “Die Fälscher”.) Oder besser: dem Hirn von Franz Schubert, denn der wurde gleich ums Eck geboren. Oder in das von Sigmund Freud, der ein paar Straßen weiter seine Patienten auf der Couch liegen hatte. Womöglich auch in deren Köpfe. Oder aber, und das wäre natürlich das Feinste, in den genialen Geist von Ludwig van Beethoven, dereinst ebenfalls in dieser Nachbarschaft seinen Lebtag verbrachte.

Der 9. Bezirk ist also durch und durch Geschichtsträchtig. Jener Ort eingeschlossen, an dem ich nun in den kommenden Wochen meine Möbel und vor allen meine Küche einrichtem werde. Denn hier stand Ende des 18. Jahrhunderts der Pulverturm, der am 26. 6. 1779 detonierte und fatalerweise knapp 100 Menschen in den Tod riss. Eine Glasmalerei in unserem Stiegenhaus erinnert noch an dieses Unglück (siehe Bild unten). Im Anschluss wurde ein Gesetz erlassen, dass die Lagerung von Schwarzpulver innerhalb der Stadtmauern untersagte.

Ein Ort, tief im Unterbewusstsein der Stadt halt.

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Und ein Ort, tief im Unterbewusstsein meines Hoods 2014:

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Samstag, November 22nd, 2014
Wieder in Wien

Sie könnten nicht gegensätzlicher sein: die Umstände, unter denen ich dieser Tage zum zweiten Mal nach Wien ziehe – im Vergleich zu 2009. Damals war es Frühling, ich fuhr mit Sack und Pack alleine ins Unbekannte, kannte in Wien eigentlich keine Menschenseele und einen Job hatte ich auch nicht. Einst schob mich etwas aus Deutschland fort, nun zog mich etwas nach Wien. 2009 folgten die vier besten Jahre meines Lebens. Seit letzter Woche … zugegeben – genau diesen Punkt würde ich nicht gerne gegensätzlich sehen wollen.

Ein wenig muss ich daher an John Lennon denken. Nicht, dass ich mich mit ihm in irgendeinerweise gleich setzen möchte, aber John Lennon hat bitter dafür gekämpft in seinem geliebten New York bleiben zu dürfen. Die Amis wollten ihn nicht, den britischen Hippie und verweigertem ihm beharrlich die Green Card. Irgendwann, nach zähem Ringen, klappte es dann doch. Und so war er am späten Abend des 8. Dezembers 1980 immer noch in New York.

Ich bin mir sicher, frage man John heute im Musikerhimmel, ob er seine Entscheidung im Big Apple zu bleiben nun bereue, er mit einem klaren “Nein” antworen würde. Und so bin ich zuversichtlich, was auch immer da kommen mag. Zumindest glaube ich schon ein mal nicht an einen geistig verwirrten Attentäter, der mir auf der MaHü auflauert.

Denn wenn auch beim Umzug der Himmel über Österrreich in einem müden Novembergrau ruhte, brachen die Wolken kurz vor dem Ziel auf und das abendliche Wiener Umland wartete im verheißungsvollen Messing und Kupfer. Lassen wir also alles auf uns zukommen.

Montag, November 10th, 2014
Klettenberg

Köln ist Geschichte. Nach nicht einmal einem Jahr. Die Hirschbergstraße hat nie ihren Gipfel erklommen. Im Bergseezimmer wurde das Wasser abgelassen, jenseits des Flurs – im “la peche croquant” – die Stühle eingeklappt. Mein kleiner Balkon wurde nicht einmal richtig eingeweiht. Der Sommer war ja so abspenstig wie das Gefühl in Köln angekommen zu sein. Zur Zeit ist mein Hab und Gut eingelagert und fortgesperrt. Zum zweiten Mal innerhalb 15 Monate. Ich bin gespannt, wann und wo genau es sich wieder entfalten wird.

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Donnerstag, August 28th, 2014
Ein Sackerl Drama

Wildschweine, Schönbrunn und jede Menge Drama! Außerdem noch die Erkenntnis, dass 1/3 aller Fahrgäster der Wiener Linien mit der U3, U6, 6, 43 und 13A unterwegs sind. Drei davon waren auch immer meine Hauptadern.

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