‘autorengeräusch’ von gestern

Sonntag, Juli 8th, 2012
1000 Wörter VI

Es ist mal wieder soweit. Diesmal sogar über 1200 Wörter. Pfui…

… egal.

Curry_in_Kenia

Sonntag, Juni 24th, 2012
1000 Wörter V

Es ist mal wieder soweit. Und ein Begriff der es leider nicht in die Geschichte geschafft hat: “Schunkelkessel von Stalingrad”.

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Sonntag, Juni 3rd, 2012
1000 wörter IV

Es ist mal wieder soweit. Mit einiger Verspätung zwar, aber trotzdem: Die vierte 1000 Wörter-Geschichte. Neulich wurde bemängelt, dass die Geschichten keine tausend Wörter lang sind. Das würde sich doch so gehören bei solch einem Titel.

Alles Spießer! ;-)

Aber die Story jetzt, die ist wirklich exakt tausend Wörter lang (exklusive Titel).

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Dienstag, Mai 1st, 2012
1000 Wörter III

Hier Nummer drei. Ein Text, wie von einer Bestie gerissen … War zumindest mein Ziel. Habe ich aber nur peripher erreicht. Dafür fiel mir auf, dass ich meine Geschichten immer aus dem Umstand heraus erzähle (Held wohnt in einem wunderschönen roten Haus an Steilküste, dideldum), nie aber vom Konflikt heraus (wunderschönes rotes Haus soll abgerissen und ein Atomkraftwerk hingebaut werden/durch ein Zeitloch kommt die Spanische Armada angeschippert und nimmt die Bude unter Beschuss/Aliens mit Stierköpfen landen auf der Erde und rennen unentwegt gegen die Hauswand). Da bleibt die Erzählweise teils flau. Ab den Mai-Geschichten dann also.

Die Vorlesepremiere gestern war natürlich fein. Kein Wunder, wenn man sich auf der weltbeste Ausprobierbühne austoben kann. Immer und immer wieder.

grossstadtwoelfe

Montag, April 9th, 2012
1000 Wörter II

Und hier schon die nächste 1000-Wörter-Geschichte. Jetzt dauert’s ein Weilchen bis zur Dritten. Die wird ihre Premiere nämlich am April-Quickie haben.

ein_italienischer_sommer

Donnerstag, März 29th, 2012
1000 wörter

Vor zwei, drei Wochen habe ich eine neue fixe Idee ausgebrütet. Die 1000-Wörter-Kurzgeschichten. Die Regeln wie folgt:

1) Jede Arbeit muss aus eben dieser Anzahl von Wörtern bestehen (+- 200).

2) Der Produktionszeitrahmen beläuft sich auf vier Tage. Donnerstag bis Sonntag. Die Recherche ist davon ausgenommen. Die kann sich zur Not über Wochen ziehen.

3) Jede Arbeit wird (innerhalb des Produktionsfensters) gesetzt und illustriert.

4) Pro Monat müssen mindestens zwei Arbeiten entstehen.

5) Inhaltliche oder stilistische Vorgaben gibt es keine. Es gilt sich auszuprobieren.

 

Anbei meine ersten (etwas über) 1000 Wörter:

Die schwarze Katze im Bistro ›blanc mignon‹

Anmerkung: Leicht von der Hand geht das trotzdem nicht. Der Umfang meiner Notizen für diese Geschichte beläuft sich auf 14! DIN-A6 Seiten meines kleinen Moleskin-Heftchens.

Freitag, März 16th, 2012
eine literarische fingerübung zur schärfung der sinne und des satzbaus

Bei Ankunft ist das Eisentor noch geschlossen. Für ein paar Augenblicke. Bis der Wärter kommt, mit der Morgensonne im Rücken, und die geschmiedete Pforte zum Friedhof öffnet. 7 Uhr. Ein Samstag im März. Vom Himmel streicht schwaches Gelb über die Tannenwipfel. Am Boden ist noch mehr Nacht als Tag und das Gras um die Gräber überzogen mit blassem Raureif. Die ewig langen Wege durch die Vita Tausender, enden allesamt im weißen Dunst – im Totengewand des Horizonts.
Man kann den Atem aus dem Mund strömen sehen. Kurz. Flieht er doch nach jedem Lungenstoß sofort ins Unsichtbare. Als wäre ihm an diesem Zwischenort nicht bewusst, auf welche Seite er gehöre.
Ein paar Raben schreien.
In der Ferne heult der tonnenschwere Stahl eines bremsenden Güterzuges.
Hinten, wo die Totenstätten schon über ein Jahrhundert vor sich hin wittern, ziehen sich Wurzeln und Ranken durch das versteinerte Menschsein. Übrig ist nur eine abgeblätterte Erinnerung in goldener Frakturschrift. KaiserzeitGotisch. Mit Verziehrungen. Verschattet von mächtigem Baum- und Buschwerk.
Für die besten, unvergessenen, die edelsten. Tief betrauert von Gattin, Kinder und Enkel. Entrissen. Genommen. Nach Hause geführt. Auf eine Inschrift zeigt das flaue, durch kahles Geäst gebrochene Licht besonders: Fanny Reitmann. Verstorben am 22. Dezember 1913. Sie wurde 37 Jahre alt. Ein Leichenstein so schwer und schwarz, wie die Verzweiflung der Hinterbliebenen.

Du hattest meine Hand genommen und unsere Finger wie ein Sigel verschmelzen lassen – in tiefer Höhle der Nacht. Wir selbst waren nur Umrisse, beschienen durch eine einzige Kerze, geborgen im warmen Daunen des Bettes. Unser Atem tastete sich behutsam über unsere Körper. Und in meinem Blut schlug für immer deine Liebe.

Unten, am frostigen Boden, schlägt die Wiese hohe Wellen zwischen den halb versunkenen Grabsteinen. Wie unruhige See, in der Schiffbrüchige um ihr Leben kämpfen und doch letztlich dem unausweichlichen Schicksal ausgeliefert sind. Und mitten in diesem Ozean aus Leid und Abschied schaut ein Rehbock rüber. Keine zwei Meter entfernt. Der nussige Duft von Buchsbaum hat ihn angelockt. Jetzt steht er da und zögert, ob er fliehen oder äsen soll. Sein Blick ist konzentriert, alle Muskeln gespannt. Hinter einem Efeu ummantelten Gedenkstein löst sich ein zweites Tier. Eine Ricke. Und dann noch eine. Sie stehen beisammen, zu dritt, der Bock schützend in Front. Schauen – und ziehen kollektiv weiter. Ein paar Reihen tiefer ins Gehölz, wo neuer Buchs wartet. Und Moos – auf den salzigen Steinen ewiger Trauer.
Hier ruht mein Alles. Mein innig Geliebtes.

Freitag, März 9th, 2012
Welcher Weg?

Jeder Moment deines Lebens ist eine Entscheidung. Für etwas oder gegen etwas. Nicht nur was du machst – vor allem wie du es machst. Handeln, Reden, Gedanken. Alles eine Entscheidung, für den Weg, den du einschlägst. Oder längst unbewusst eingeschlagen bist. Links rum. Rechts rum. Schnurgerade nach vorne. Auf der Stelle geblieben. Dreimal im Kreis gelaufen.
Du kannst dich zu zehn weiteren Liegestützen zwingen. Du kannst noch ein wenig länger die ausgetretenen Schuhe tragen. Du kannst gehen oder du kannst bleiben.
Bist du der, der Sonntags immer früh raus muss? Oder der, der nach jeder Party der aufgehenden Sonne gute Nacht sagt?
Wenn du ganze Wochen faul in die Federkernmatratze drückst, macht das aus dir halt keinen Gipfelstürmer. Ist so.

Und deswegen stehst du jetzt da. Am Fuße dieses wunderschönen Viertausenders. Legst denn Kopf in den Nacken und schaust sehnsuchtsvoll den Berghang nach oben. Schnee glitzert auf der Spitze, wie feine Schweißperlen nach süßem Lakengerangel. Vom Westen her schlägt die Abendsonne eine goldene Kante aus dem Fels. Und in dem Moment wird dir gewahr, dass du beim Versuch den Brocken zu erklimmen mit absoluter Sicherheit schon nach zwanzig Höhenmetern mit Seitenstechen im Graben liegen wirst. Gefickt von einem 22 Milliarden Tonnen schweren Stein.

Weil du immer mit der Straßenbahn zur Uni gefahren bist und nicht das Bike genommen hast, wie die ganzen sportlichen Kommilitonen in ihren lässigen Bermudas. Weil du deine Kohle konsequent auf den Pokertisch gestapelt hast. Anstelle des Bausparkontos. Oder mal vorsorglich investiert in ein paar astreine Wanderstiefel.
Deswegen stehst du jetzt da – ohne Rüstzeug und Kompass und dieses bunten Nylonseilen mit chromglänzenden Karabinern. Und beneidest den Typ, der frech vom Gipfelkreuz hinab winkt.

Aber noch ist nichts verloren. Mittellos heißt ja nicht unbedingt chancenlos. Du willst da auch hoch. Auf jeden Fall. Mit dem Heli dich hochschrauben lassen, für den großen Auftritt samt Top-Gun-Sonnenbrille, ist ein geiler Plan, aber du bist nicht Tom Cruise. Du bist nicht mal der Typ, der Tom Cruise für die Foto-Touristen am Walk of Fame immitiert. Du bist scheiße noch mal du selbst – dem viel zu spät klar wird, dass jeder vergangene Moment seines Lebens eine verdammte Entscheidung war. Für etwas oder gegen etwas.
Jetzt bleibt dir nur noch dein Improvisationstalent. Frei aus dem panikverkrampften Bauch heraus. ›Geronimoooo‹ brüllend schlägst du die Notfallscheibe ein und schnappst dir die sprichwörtliche Axt, um dir deinen Weg freizukämpfen. Und genau die hältst du dem Trachtenbauern im Tal drohend unter die Schnupftabaknase. Wehe mein lieber, wenn du mir für mein letztes Hemd am Leibe nicht deine treue Eseldame überlässt. Wehe dir. Das machst du dem Landwirt klar. Unmissverständlich. Du bist schließlich der, der nichts mehr zu verlieren hat.

Der Bauer hat ein Einsehen, holt die gute Paula aus dem Stall und nimmt dein 24-Euro-H&M-Hemd entgegen. Und dann schwingst du dich mit nacktem Oberkörper auf das Maultier und gibst fleißig Sporen. Viel Zeit bleibt nicht. Es droht die finstere Nacht einzubrechen. Also immer weiter. Quer durchs Gehölz. Keine Angst. Sich einfach nur auf das eigene Gefühl verlassen. Und auf den Instinkt des Tieres. Herabhängende Äste hackst du kurzerhand mit dem roten Feuerwehrbeil ab.
Der Muli keucht, wie er über die Mittelstation sprintet. Aber groß verschnaufen ist nicht. Ein bisschen Quellwasser im vorbeigaloppieren und ein zwei, drei Disteln vom Wiesensaum. Die Sonne senkt sich unbarmherzig gen Abendland. Stück um Stück.

Und dann, wenn der feuerrote Ball schon bis zur Hüfte im Horizont versunken ist. Dann nimmst du die letzte Steigung und stehst umspühlt vom Höhenwind auf der Spitze von Viertausend Metern.

Geschafft! Den Berg besiegt.

Deine Hand schlägt stolz das Gipfelkreuz ab – und deine Faust landet krachend im Gesicht des debilen Winke-Typen. Paulas Hinterhufe geben ihm den Rest. Die Schlucht, die er hinabfällt ist zu tief, um den Aufprall zu hören. So war es vorbestimmt. Von Anfang an.

Episch gleitet dein Blick über das Zentralmassiv. Die Gipfel brennen, wie die Leidenschaft in deinen Adern, die du ab diesem Tag immerdar fühlen wirst.

Ein einzelner Moment wird kaum dein Leben verändern. Aber alle zusammen in einen Sack gestopft, sind entweder lähmende Last oder lassen dich wie Montgolfier seiner Zeit empor steigen.
Du atmest tief die eisklare Luft der oberen Troposphäre ein und weißt längst: Jeder Moment eine Entscheidung und jede Entscheidung ein Statement. Oder etwas, das eines werden kann – wenn du es nur zulässt.

Dienstag, Dezember 13th, 2011
auf die schnelle

Um mal einen Eindruck zu bekommen, wo ich mich immer am letzten Montag im Monat herumtreibe, hat die liebe Meggi mal einen STUTHE-Quickie Trailer zusammengeschnitten. Also, für alle, die mich mal Live sehen wollen oder gerne selber 10 Minuten auf einer Open-Stage-Bühne künstlerische Kostbarkeiten zum Besten geben wollen: NachBar, Laudongasse 8, 8. Bezirk, Wien. Immer am letzen Montag im Monat (Ausnahmen bestätigen die Regel).

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Donnerstag, Dezember 8th, 2011
Wenn mein Fenster ein Touchscreen wäre

Wenn mein Fenster ein Touchscreen wäre.

Dann müsste ich nur kurz mit dem Finger nach rechts wischen und die Rollläden wären oben.

Wenn mein Fenster ein Touchscreen wäre, dann hätte ich als Hintergrundbild auch mal einen Sandstrand oder ein Blick aufs Empire State Building.

Dann könnte ich einfach die Zeitzonen ändern und es wäre – wann ich will – morgens oder abends oder Zeit für die lang ersehnte Verabredung. Und mit einem Klick hätte ich die Wetterprognose von Dubai in meiner Straße.

Wenn mein Fenster ein Touchscreen wäre, könnte ich bei Regen mit meinem Finger die Regentropfen hin und her verschieben, der Länge nach ordnen oder von unten nach oben rinnen lassen.

Wenn mein Fenster ein Touchscreen wäre, dann wären die gegenüberliegenden Fenster alle Apps, die ich öffnen könnte und schauen, was sich dahinter verbirgt. Endlich mal sehen, wer da so wohnt und wie da so gewohnt wird. Im Umkehrschluss könnte ich mir im AppStore neue Apps kaufen – und somit auch neue Nachbarn. Vielleicht solche, die sich nur bei offenen Gardinen umziehen oder mit wilder Gestik ständig über Nichtigkeiten streiten. Keine schlechte Investition für 1.79€, oder?

Wenn mein Fenster ein Touchscreen wäre, müsste ich nur zwei Einstellungen ändern und hätte einen total geilen Vintage-Look. Totale Schlaghose. Auf dem Bürgersteig würden Jungs mit nem Bonanza-Rad rumfahren und Privatfernsehen gäb’ es auch noch keines. (Tja, Frauentausch hieß in den 70ern noch was anderes).

Wenn mein Fenster ein Touchscreen wäre, dann könnte ich mit den Tauben auf dem Dachfirst ANGRY BIRDS spielen.

Wenn mein Fenster ein Touchscreen wäre, dann könnte ich diesem nervigen Autoalarm, der versehentlich angegangen ist, einen lustigen Klingelton verpassen.

In the jungle, the mighty jungle, the lion sleeps tonight.

Das würde mich zwar auch bald nerven, aber immerhin käme endlich mal mein Jamba-Spar-Abo wieder zum Einsatz. (Liegt ungenutzt seit 2004 herum).

Wenn mein Fenster ein Touchscreen wäre, müsste ich nur mit den Fingerspitzen gegen die Scheibe tippen und könnte so den Passanten auf der Straße Nachrichten schreiben. Der Runzeloma mit Rehpinscher beispielsweise, dass sie endlich mal ans Sackerl fürs Kackerl denken soll. Oder die unbekannte Schöne in Rock und Stiefeln fragen, weshalb sie immer so verträumt durch ihr Leben geht. Da wir es doch sind, die wegen ihr ins Träumen geraten.

Aber das Beste wäre, sollte mein Fenster ein Touchscreen sein, ich könnte dann allen mürrischen Menschen auf der Straße einen Smiley ins Gesicht zaubern.

Und dafür würde sich auch lohnen, dass ich mein Fenster alle drei Tage ans Stromnetz zum Akku aufladen hängen müsste.