Rotkraut riecht nach Feuerwerk

Sonntag, 8. Januar
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Ich mag den Geruch von frisch geschnittenem Rotkraut – er erinnert mich an abbrennendes Feuerwerk. Würzig, leicht rauchig und mit einer Note von Schwarzpulver. Dann kommt mir immer das letzte Silvester in den Sinn. Wie wir alle draußen standen, am Kanal unten und die explodierenden Raketen sich im Wasser spiegelten. In der Hand einen vollen Becher oder gleich die ganze Sektflasche. Wir umarmten uns alle und wurden selbst als Gruppe umarmt, von dichten Rauchschwaden zerplatzter Böller und Knallfrösche. Und dann steigt einem dieser Geruch in die Nase. Dieser Duft des Verbrannten. Wenn unser innerer Hexenmeister alle Zweifel, Sorgen, Wünsche und Hoffnungen im Feuer beschwört und wir für die Stunde Null mit einem Mal so friedvoll und glücklich sind.

Im vergangenen Jahr stolperte ich über den Rotkrautsalat im „Mau Shi“ in Graz, einem kleinen asiatischen Restaurant, eingerichtet im rustikalen Alm-Stil. Der Salat war recht simpel gehalten und schien nur aus Rotkraut, Vinaigrette und Erdnüsse zu bestehen. Richtig Hammer war aber die Konsentenz: schön weich, aber dennoch crunchy. Das Rezept habe ich bedauerlicherweise nicht nachgefragt, fand auf allrecipes.com allerdings einen halbwegs ähnliches. Geschmacklich gab es bei meinem Versuch nichts zu beanstanden, aber trotz zweitägigem Ziehen lassen (und fast schon milchsauer fermentieren) hätte das Kraut eine Spur zarter sein können.

Also nichts wie zurück nach Graz, um dem Chefkoch im ›Mau Shi‹ mal dezent sein Geheimnis zu entlocken 🙂

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