Pepperoni, Piñata & Pyjamas

Sonntag, 10. April
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Es ist schon ein paar Jahre her, als ich gemeinsam mit einer Freundin zu einer Pyjama-Party lud. Das Thema hieß „Chili con Schlafrock“. Wir waren der Auffassung, dass neben dem Gemütlichkeitsfaktor von Nachtwäsche etwas Südamerikanisches Feuer dem Abend nicht schaden könnte. Wir sollten Recht behalten.

Neben dem zwingend notwendigen Chili con Carne und Tequila servierten wir einen Tortilla-Salat mit Avocado, Radieschen, Bergkäse und schwarzen Beluga-Linsen. Als Nachtisch gab es Maisgrießkuchen mit warmer Schoko-Chili-Sauce. Die Gäste kamen zahlreich. Ob Negligée, seidener Bademantel, gestreifter Zweiteiler oder Shirt mit Jogginghose – alle Varianten der Nachtwäsche waren vertreten. Zwei weibliche Gäste machten sich den Spaß in einem Onesie zu erscheinen. Einmal als gelber Tweety-Vogel, einmal als schwarzweißer Kater Sylvester. Im Laufe des Abends wechselten sie mehrfach das Kostüm, was zu bestürzender Konfusion bei einem angetrunkenen Boxershort-Träger führte. Auch für die Nachbarn muss es ein denkwürdiger Anblick gewesen sein. Obgleich es viel zu kalt war, wurde immer wieder unser Handtuchgroßer Balkon frequentiert. Da standen wir nun, in Shorts, Bademantel und was nicht alles. Aus den Fenstern wehte der Duft von Mais, Paprika und Schokolade und wir illustrierten eine bildhafte Verweigerung der Schlafenszeit.

Während auf der Tanzfläche Schlafröcke und Tigerpantoffeln umher wirbelten, griff ich mir mit Chili-Fingern ins Auge und musste von zwei Damen im Badezimmer versorgt werden.

Um Mitternacht herum wurde dann die Piñata zertrümmert, die wir extra angefertigt hatten. Gefüllt ganz unmexikanisch mit zwei Packungen Celebrations. Beim fünften Anlauf zerbarst das Ding dann endlich unter dem Nudelholz und Snickers, Mars und Twix flogen in unsere Cocktailgläser. Zu diesem Zeitpunkt war immer noch genügend Chili im Topf, um bis zum Morgengrauen aushalten zu können.

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Klingt ungewöhnlich, schmeckt aber gut: Ananas-Mango-Gurken-Saft. Noch eine Scheibe Zitrone und etwas Minze rein – fertig. Das, der Tortilla-Salat und auch der Maiskuchen sind nicht nur perfekt für eine (Pyjama)-Party, sondern auch überaus Picknick-kompatibel. Beim Kuchen einfach die Sauce nach dem Backen noch in das Weckglas geben.

Den Salat aß ich übrigens zum ersten Mal im hidden kitchen, in der Färbergasse. Ein exaktes Rezept besitze ich folglich leider nicht.

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