Sandwich Special 5: Frühstückspost aus Paris

Sonntag, 28. Februar
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An einem der letzten Tage, morgens blendete schon die Sonne, so, wie sie es nur im Winter tut, gleißend weiß und kristallscharf, suchte ich eines der gemütlichsten Caféhäuser Wiens zum Frühstücken auf: das Le Bol. Direkt am Neuen Markt gelegen besticht es durch einfache, aber sehr schmackhafte französische Küche und einer, im Raum zentriert angeordneten großen Tafel. An diesen ausladenden Tisch setzt sich der Gast, als wäre er einer von König Artus‘ Rittern, schreibt Briefe, liest Zeitungen und genießt seinen bestellten Café au lait. Ich für meinen ganz unadeligen Teil erlaubte mir ein Croque Monsieur und eine Chocolat Chaud, schrieb nichts, aber war begeistert. Die französische Variante des Käse-Schinken-Sandwich nämlich, denn nichts anderes ist ein Croque Monsieur, wurde mit einer vorzüglichen Zwiebelsuppe serviert. Und eine solche aß ich an besagtem Morgen zum ersten Mal. Keine Frage, dass ich beides zum Finale meines Sandwich-Specials ebenfalls zubereiten wollte.

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Anstelle des Monsieurs entschied ich mich allerdings für seine Gattin, die Madame. Ihre kulinarischen Eigenschaften sind nahezu identisch, doch krönt die Dame des Hauses noch ein Spiegelei.

Das Rezept für die Zwiebelsuppe nahm ich von hier. Beinschinken und Le Gruyère-Käse erstand ich am Karmelitermarkt, der eine sehr angenehme und ursprüngliche Marktatmosphäre bietet. Hinsichtlich des fotografischen Aspektes mag der Käse nicht dramatisch genug zwischen den Brotscheiben hervorquellen, aber mit der nicht sichtbaren, dafür selbstgemachten Béchamelsauce war das Frühstückssandwich insgesamt üppig genug. Als süßer Konterpart sei ein Beerenjoghurt empfohlen. Etwas leichtes, fruchtiges.

Zum Schluss noch die pointierte Erkenntnis, dass Zwiebelsuppe zum Frühstück eine absolute Bereicherung darstellt. Unbedingt ausprobieren!

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