Babyäpfel vom Klondike-River

Sonntag, 17. Januar
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Gelegentlich fallen einem Zutaten in die Hände, die beim puren Anblick sofort sämtliche Koch- oder Backsynapsen im Hirn aufspringen lassen. Als würde ein kulinarischer Goldnugget gewittert werden. Ein lilafarbener Karfiol war mal so ein Fall bei mir. Weil, mit so einem phänomenalen Lebensmittel, denkt man sich, kann nur eine kleine Sensation auf den Teller landen. Mehr noch: diese Wunderikredienz macht durch ihre bloße Zubereitung aus einem mittelmäßigen Kesselrührer einen dreifach Haubendekorierten Gourmetrevolutionär. Klappt natürlich nie. Dennoch habe ich mich letzten Samstag wie ein grünschabeliger Pfadfinder gefreut, der seinen erstern Mini-Nugget aus dem Klondike River fischt. Auf dem Kutschkermarkt fielen mir diese kleinen Babyäpfel in die Hände. Zum Backen eigentlich nur suboptimal, da sie viel zu Wasserhaltig sind. Dennoch fand ich die Vorstellung die Apfelhälften verkehrt herum in eine Tarte zu geben, recht ansprechend. So ein wenig, wie man das von Pfirsichkuchen kennt.

Vorsichtshalber habe ich auf das Blindbacken des Tartbodens verzichtet, da halbe Äpfel, selbst als Babys, sehr lange brauchen, bis sie gar sind. Mit dem Backen gaben sie so viel Feuchtigkeit ab, dass ich mit einem Fetzen Küchenpapier behutsam die Tarteoberfläche trocknen musste.

Hat sich aber gelohnt. Das Ergebnis ist unbeschreiblich saftig geworden und schmeckt weitaus Apfel-vanillig-cremig-süßer, als es ein Klumpen Gold es je könnte.

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