Ein Jahr vor, eines zurück

Donnerstag, 1. Januar
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Da bin ich also wieder. Fange da an, wo ich aufgehört habe. Manchmal kommt es mir vor, als wäre die Zeit einfach nur ein überdimensionaler Regler, den man nach belieben hin und her drehen kann. Typisch Zeitreisender halt. Aber eines war dabei deutlich zu spüren: time-travelling ist irrsinnig kraftraubend. Drei Umzüge in den letzten 18 Monaten. Mitsam allem Hab und Gut und dem gesamten Hofstaat.

Neulich habe ich aufgeschnappt, dass die drei stressigsten Dinge für einen Menschen, Scheidung, Umzug oder der Tod eines nahen Verwandten sind. So gesehen habe ich in den vergangenen eineinhalb Jahren meine halbe Familie verloren.

Die Küche hier ist immer noch nicht fertig, weil mein Herd der Spedition vom Laster gefallen ist. Nein – das ist jetzt kein Synonym für gestohlen oder umsonst. Geraubt wurde, wenn überhaupt, nur mir etwas – nämlich meine Nerven. (Okay, nicht nur meine). Aber dennoch: es wird so langsam wohnlich in der Inception-Bude hier, der schwummrigen Pulverturmhöhle im 9. Bezirk. In den chaotischen Tiefen des Alsergrunds flackert nun ein heimeliger Kerzenschein. Ein paar Bilder hängen auch schon. Sogar das fließend Wasser funktioniert endlich.

2015 kann also kommen. Ich werd’s ruhiger angehen lassen. Versprochen. Außerdem würden sich eh keine freiwilligen Umzugshelfer mehr finden. Die haben ihren Soll erfüllt. Aber dennoch ist Deutschland immer noch Fußball-Weltmeister und in Kölle wird sich schon wieder auf Karneval vorbereitet. Sprich – hat doch irgendwie alles ganz gut geklappt.

In diesem Sinne: Ein schönes neues Jahr euch allen. Lehrreich, abenteuerlich, wunderschön und erfüllend.