Wien ist Geschichte

Mittwoch, 7. August
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Wien ist vorbei. Endgültig. Seit einer Woche. Die (bisher) beste Zeit meines Lebens – geflankt von zwei epischen Niederlagen. Jetzt nur noch Erinnerung.

In Gedanken bleibt so viel. Meine Mädels und die WG. Der Ballsaal. All die Zeit mit den Improleuten. 5,4,3,2,1 – los. Und meine ausufernden Spaziergänge über den Neunten Bezirk hoch zum Achtzehnten. Immer Abends. Das mediterrane Gefühl, wenn die untergehende Sonne den Yppenplatz in korsisches Gelb taucht. Die prunkvollen Häuser rechts vom Türkenschanzpark, bei denen man sich immer fragt: Wer in aller Welt kann sich so etwas leisten? Jahrhundertealte Gemäuer, aus denen ein grüner Bart aus Efeu wuchert. In Grinzing, in Döbling, in Pötzleinsdorf – überall hohe Bergkuppen mit ihren Seitenscheiteln aus Weinreben. Da, weit draussen und nach Dämmerung, wo mich die Kühle der Wälder immer in die Stadt zurück drückte.

Ganz zum Schluss, bei meiner Ehrenrunde beim Riesenrad, kam mir das Zeichen, dass meine Entscheidung zur Weiterreise richtig war – in Gestalt eines Vertreters aus dem Untergehölz der Wiener Prominenz: Der Schwiegersohn in spe von Baulöwe Richard Lugner, samt des Baulöwens Tochter. Die gesellschaftliche Relevanz der beiden ist etwa mit der von Daniela Katzenberger gleichzusetzen. Irgendwo zwischen Kellergeschoss und Sickergrube. Mediale Gülle, die das Grundwasser unseres Geistes verseucht. Personen, bei denen einem peinlich ist, dass man sie wiedererkennt oder sich gar ihren Namen gemerkt hat – aber keinesfalls persönlich treffen möchte. Deutlicher geht’s also nicht mehr. Wenn’s trashig wird, ist das Verfallsdatum abgelaufen!

lugnerspross

Doch so oder so. Wien. Wien, nur du allein … Irgendwann flaniere ich wieder durch deine staubzuckersüßen Gassen.