nice to sweet you

Montag, 4. Februar
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Vorhin, als ich mir im Billa ums Eck ein paar lose Zutaten für mein Abendmahl kaufen wollte, sprang mir gleich hinter den Sperrbügeln ein Display mit süßer Typografie ins Auge. Im wahrsten Wortsinne. Lindt hat eine neue Produktlinie auf den ohnehin schon total überfüllten Schokomarkt geworfen. Das Hipster-Sortiment. Mit Nougat-Crunch, Strawberry-Cheesecake, Cookie-Kram oder Caramel-Brownie. Halt alles, was der trendige Stadtmensch von seinem Cupcake-Café im Szene-Kiez kennt.

Ich mag ja solche kitschige Art der Gestaltung. Mich hat’s voll gepackt. Und dann noch mit Glanzlack und Prägung. Yuppieh! Außerdem zolle ich allen Respekt für Lindt. Dass die so ein Ding durchziehen. So gaaaaaanz weit weg, von den schmierigen Kakaoköchen in ihrer Deluxe-Konditorei, die mit pathologischer Hingabe in den Kupferkesseln rühren. Für mich war die Marke bis dato eher für reiche Oberschichten-Omas, die alle Hände voll zu tun hatten, um die üppige Kriegsrente ihres verstorbenen Gatten unters Volk zu bringen. Mit teurer Schoki für die Damen vom Kaffeekränzchen oder die hyperaktiven Enkelkinder. Für letztere gerne den Goldhasen samt Pimp-Glöckchen. Kurz: Lindt kauften solvente Seniorinnen, denen „Edle Tropfen in Nuss“ von Trumpf zu sehr Plattenbau-Süßkram war.

Ob die neue Hipsterlinie aber auch Geschmacklich was kann, werd ich wohl erst am Samstag erfahren. Die Omasachen haben sie bisher ja ganz gut hinbekommen.

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