Eine Portion Gezirrptes

Freitag, 15. Februar
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In der Schule habe ich mal, um ein Mädchen beeindrucken zu wollen, vor ihren Augen selbstgegrillte Heuschrecken gegessen. Was freilich 100 Prozent gepflegt daneben ging. Immerhin war ich da schon in der zwölften Klasse! Nie wieder habe ich mich gegenüber eines anderen Menschen so sehr zum Vollpfosten gemacht.

Heutzutage, bei schwindenden Ressourcen mit zeitgleich erschreckender Überproduktion in der Massentierhaltung, gehechseltes Fury in der Tiefkühl-Lasagne und einem Freundeskreis voller Veganer, Lacto-Vegetariern oder Glutenunverträglichen, ist das natürlich anders. Da klingt Heuschrecken-Essen ein bisschen nach „Welt retten“ und könnte das „neue Ding“ in der hippen Berliner Szenegastronomie werden. Wer weiß das schon.

Vom Geschmack sind die Dinger jedenfalls schon okay. Je nach dem, wie man sie halt würzt. Vom Essgefühl im Mund aber doch etwas spelzig und blättrig. Ich habe vor kurzem gehört, dass die EU versucht per Kampagne ihren Bürgern Heuschrecken als Fleischalternative ans Herz, bzw. auf den Teller zu legen. Weil die Drecksrinder die Atmosphäre voll pupsen und unser kostbares Wasser wegsaufen. Wird schätzungsweise ein bisschen schwer werden. Unsere Zungen sind an diese Chinin-Konsistenz einfach nicht gewöhnt. Aber mal schauen. Ich bin prinzipiell dafür.

Rumgekriegt habe ich das Mädel damals also nicht. Dafür moralisch haushoch gewonnen! Nimm das, du klimavernichtende, Kuhfurz-tolerierende und am Leid der Massentierhaltung ergözende Fleischfetischistin. Dafür schmorst du in der Bratfett-Hölle.

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