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Wien im August gleicht unschönerer Weise Pompeij. Ein paar schwitzige Touristen und sonst alles ausgestorben. Die Ortsansässigen haben ihren Klappstuhl eingepackt, eine kurze Nachricht ans Fenster gepickt und sind alle rüber zum Neusiedler See. Oder in die Berge. Zurück gelassen haben sie nur tote Einöde. Und bittere Verzweiflung bei all jenen, die wie auf einer Weltraumbasis zurückgelassen wurden, um irgendeinen Generator am Laufen zu halten und allmählich dem Wahnsinn verfallen. Mir wird auch schon ganz komisch.

Wien im August ist grausamer Urban-Survival – wenn alle Lieblingscafès, -bäcker oder  gemüsehändler geschlossen sind und man nicht weiß, wann es wieder etwas zu beißen gibt. Vielleicht lassen die Touristen ja mal was fallen. Aber dafür müsste man in die Innere Stadt. Und es gibt nur eines, das schlimmer ist als leere Gassen wie nach einem Strahlenunfall: aufgescheuchte Reisegruppen, die meinen, Wien wäre hinter der Hofburg zu Ende.

1 Comment

  • Helmut
    4 Jahren ago

    Bevor den grausamen Hungertod stirbst. Iss endlich einmal eine Käsekrainer.