5,4,3,2,1 – remmidemmi

Montag, 19. März
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Enttäuscht wurde eine sprechende Geige zertrümmert. Ein Hund begraben. Ein Biber verhaftet. Und dem Publikum mit vollem Körpereinsatz ein französisch-polnischer Avantgardefilm dargeboten. ENDLICH spielte Improtheater, ENDLICH spielte Schwanenteich! Das mit der Schwanensache war eher recht frei assoziiert und eigentlich nur vorgeschobener Grund, um in Servietten-Tutus rumspringen zu dürfen. Dem Publikum und den acht kleinen Schwänen – unter dem Federvieh auch meine Schnabeligkeit – hat’s gar prächtig gefallen.

Gleichfalls prächtig und das Ganze in nahezu identischer Besetzung dann zwei Tage drauf: Fanny und ich luden zur Pyjamaparty!

„Chili con Schlafrock“ nagelten wir als Motto an die wüstensandverdreckte Saloontüre, die zu meiner WG führte. Eine Pyjamaparty mit Tex-Mex-Kulinarik. Dumm nur, dass die Welt anstelle gestreifter Schlafanzüge lieber grüne Koboldskleidung trug und allerorts an diesem Samstag den St.-Patricks-Day feierte. Das Verhältnis „eingeladene Personen“ zu „tatsächlich erschienen“ war zugegebenermaßen so dürftig, wie die Beschäftigungsquote in den Slums von Tuxtla Gutiérrez. Aber ganz gleich. Es kamen genau diejenigen, die jeder Nacht die entsprechende Würze verleihen: der harte Impro-Kern nämlich. Sie kamen, um eifrig das theater-interne Rad aus Gossip und Gerüchten weiterzudrehen, ungeniert in Unterhose Gitarrenmusik zu performen oder mittels halb leerem Rotweinglas Mitmenschen ihrer Würde zu berauben. Dem Rest hätte man eh nur die Rolle der Maiskörner im Rinderhack zugestanden. Also.

Und zum Schluss noch mal einen ganz herzlichen Dank für die wundervolle Nashorn-Piñata. Olé!