näher dran oder weiter weg?

Dienstag, 14. Februar
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Zuerst einmal mache ich es wegen der Krankenversicherung. Die wird bei einer Teilzeitstelle nämlich vom Arbeitgeber bezahlt. Und natürlich, um in den Genuss einer regelmäßigen Einnahmequelle zu kommen – was momentan im Büro nicht der Fall ist. Von meinem neuen Job in der Suppenküche rede ich. Jeden Werktag von 8 bis 12 Uhr. Manchmal sogar noch früher. Ich sage Suppenküche, meine aber eigentlich ein kleines Gassenlokal im Zweiten Bezirk, das Suppen, Eintöpfe oder Currys als Mittagsmahl an Berufstätige ausschöpft. Also nichts karitatives, auch wenn es so klingt. Spaß macht es durchaus, muss aber in der Gesamtwertung trotzdem ein paar Punkte liegen lassen.

Vom Guten gibt’s dennoch reichlich. In aller Herrgottsfrüh’ über die Kanalbrücke rein in den Tag zu laufen und am anderen Ufer geht die Sonne hinter einer Dachkerbe auf, hat schon was Erbauendes. Das Feinste aber ist: Um 12 Uhr ist Schicht im Topf und man kann die Schöpfkelle fallen lassen. Ab nach Hause dann und direkt an die Tasten zum Schreiben. Man fühlt sich so produktiv dabei und das gute Gewissen ist um Zwei nach Zwölf schon so knüppelsatt wie eine Feldkompanie nach Eisatz der Gulaschkanone.

Zwar driftet mir der Job doch zu sehr vom Grafischen weg, also dem, was man gelernt hat und eigentlich tun sollte – ist aber ein ganz famoses Reinschnuppern für später einmal.

Denn so, so in etwa stelle ich mir das in fünf bis zehn Jahren vor. Mit irgendeinem netten Menschen ein kleines Café führen. Ich nur als Küchensupport, der zusätzlich noch Design, Werbung und Rezepte beisteuert. Während der oder die Andere sich um Buchhaltung und Gäste kümmert. Und in den zweiten 50% meiner Arbeitszeit vermenge ich Sätze zu schmackhaften Büchern. Jouph.