7.am

Donnerstag, 26. Januar
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Entgegen aller meiner Gewohnheiten bin ich heute mal um 6 Uhr morgens aufgestanden. Ohne einen direkten Anlass oder Eile. Gefrühstückt, die Schuhe gebunden und raus in die wegbrechende Dunkelheit. Weil man sowas ja nie macht; weil man ja immer seinen festen Tagesrhythmus hat. Um die Uhrzeit, da draussen, folgen die Menschen mechanisch ihrem inneren Antrieb. Hin zur Arbeit, wie immer. Dabei sehen sie gleichsam ferngesteuert und ziellos aus. Als hätten sie noch gar nicht begriffen, dass der neue Tag mit all seinen Mühseligkeiten längst begonnen hat. Sie schlummern halb und träumen noch. Ebenso der Müllmann im 1. Bezirk – vor der Auslage eines prunkvollen Uhrengeschäfts. Sein Blick gilt einem Chronographen für 20.000 Euro. So steht er da, mit seiner hellen Neon-Uniform um düstere 7 Uhr morgens. Luftschlösser bauend. Wie eine Kerzenflamme, die sich vornimmt einen ganzen Stadtteil ausleuchten zu wollen.