Sonntag, November 20th, 2011 um 12:01 Uhr
alte gäule

Richtig bewusst wurde es mir erst letzten Dienstag: Wir waren nur noch zu dritt. Drei alte Gäule inmitten einer Herde junger Fohlen – auf der grünen Spielwiese der offenen STUTHE-Gruppe “Flex-Impro”. Dort, wo jeder der möchte vorbeischauen kann und ich den Großteil meines Wiener Freundeskreises etabliert habe.

Da saßen wir also, spielten unsere Szenen größtenteils zu dritt untereinander, dominierten auch, aber waren außen vor. Das neue Semester hatte die nächste Generation von Theaterwilligen auf die Bühne geschüttet und uns an den Rand gespült. Es mag meinem persönlichen Flirtereien abträglich sein, dass es hauptsächlich männliche Artgenossen sind, aber so richtig Zugang findet keiner von uns zu den Neulingen.

Sie sind zu jung. Zu frisch. Die großen Geschichten, die wir miteinander erlebt haben fanden ohne sie statt: Der vorletzte Sommer mit den beiden Franzosen. Die Party in Niederösterreich. All die ganzen “Weißt-du-noch”s, die uns greise Mähren im Impro-Stall verbinden.

Die Neuen werden also selber Telefonnummern untereinander austauschen. Sich erstmalig außerhalb der Impro zum Fortgehen verabreden. Freundschaften schließen. Und jeden Neuling interessiert begutachten – vor allen, wenn dessen Anziehung vom ersten Moment an elektrisierend ist.

Kurz: Sie werden ihre eigenen Dramen erleben und eigene Dramen auslösen. Während uns nur die Rollen der Leittiere bleiben, die ansonsten auf einer ganz anderen Koppel weiden. In der “Fix-Impro” nämlich. Donnerstags, im kleinen Kreis. So was für Fortgeschrittene. Oder besser: Initiierte. Da bin ich nämlich seit diesem Semester.

Wir zählen ein. 5,4,3,2,1 und los!

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