Gestern vom Januar, 2011

Sonntag, Januar 23rd, 2011
Blackjack und Nutten

Auf meiner Top-5-Liste von Dingen, die ich ewig bereue, steht an fünfter Stelle: Im Wahn der Adoleszenz all meine ,Masters of the Universe‘-Spielfiguren verscherbelt. Damned! Aber anscheinend bin ich nicht der Einzige – blüht doch eine rege Actionfiguren-Kultur in den Szeneläden. Die Käuferschicht sind größtenteils Thirtysomethings, die neben den Transformers ihre schwertschwingenden Bizeps-Heroen He-Man, Skeletor und Webstor vermissen. Die popkulturelle Befriedigung der Actionfigur-Sehnsucht, bzw. deren Symbiose mit Streetart und Graffiti schuf in den 2000ern die Stylo-Toys von ,Kidrobot‘. Plastikprotagonisten hier: Munny, Dunny, Simpsons – und Futurama.

Das tricky feature allerdings: Man kauft die Figuren blind. Erst beim Auspacken weiß man, ob man für Bender, Nibbler oder die schrumpelige Mom 10 Euro geblecht hat. Ein hoher Preis für seine, auf Trödelmärkten verkaufte Kindheit.

Egal. Bei der Macht von Greyskull – ich habe die Zauberkraft! Jetzt auch mit Blackjack und Nutten!

Donnerstag, Januar 13th, 2011
alterlaa

Wenn man mit der U6 Richtung Endstation fährt kommt man an Alterlaa vorbei – an den großen Wohnblöcken, die ,West C2‘ oder ,Ost C3‘ heißen. Moderne Legebatterien für Geringverdiener halt.

Donnerstag, Januar 13th, 2011
Lisa

Lisa brauchte Bewerbungsfotos …

Dienstag, Januar 4th, 2011
Schlagzeilen

Eigentlich kennt man die Leute ja nie: Diese anonymen Schicksale in der Boulevardpresse, hinten, bei Vermischtes auf Seite Acht – wenn es um Mord, Totschlag oder grausame Unfälle geht. Das ist immer irgendwer aus dem anderen Stadtteil, dessen persönliches Drama in eine Viertel Spalte gequetscht wurde. Nur um den Leser ein ,Tse‘ oder ,Ach‘ zu entlocken. Für mich diesmal nicht.

Er war der Regisseur unserer ersten Lesung, die Barbara und ich für die Stuthe organisieren. Ein junger, sympathischer Kerl – einer, mit dem man durchaus noch die ein oder andere Party besucht hätte. Seine Begeisterung ließ uns das Projekt in guten Händen wissen. Nächsten Mittwoch sollte es soweit sein: die Lesungs-Premiere. Wir hatten zusammen das Stück ausgewählt, Schauspieler organisiert und mit ihm sein Konzept besprochen. Dann kletterte er in frühen Morgenstunden auf einen abgestellte Zugwaggon und kam an die Oberleitung. Seine Schlagzeile war sechs Wörter lang.

Nichts ahnend haben wir ihn danach tagelang versucht zu erreichen. An solch ein Unglück dachte keiner. Und selbst wenn ich den Pressebericht gelesen hätte – den ich erst im Nachhinein durch Google fand – ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass es jemand aus meinem Umfeld sein könnte. Der erste Übrigens – der erste meiner Generation (im weitesten Sinne) der verstorben ist.

Machs gut J. Ich hätte dir eine fette Schlagzeile auf dem Titelblatt gegönnt – irgendwann, in 50 Jahren!