beim Weg zurück vom tagesanbruch

Weit draussen, ein paar Stationen vor Ende der S-Bahn-Linie 7 und schon längst in Niederösterreich, wurde am Samstag gefeiert: Die Jugend, die eigene Unbekümmertheit, die Nacht bis lange nach Morgengrauen. Herzlich eingeladen all diejenigen, die ihr Schuhwerk auszogen und auf einem der allerorts verteilten Kissen Platz nahmen. Bei lustigen Spielen näherten neugierig zwei sich fremde Gruppen, die Theaterleute dabei deutlich im Vorteil. Währenddessen scheiterte frühzeitig die improvisierte Küchenbar mangels Eiswürfel. Draussen, im aufgestellten Gartenpool, wurde gebadet – zur ersten Runde noch in Unterwäsche. Im Partyzimmer lief der Soundtrack juveniler Versuchung und durchs hölzerne Zwergenhaus schwirrte wiederholt die Frage, wer gerade wen geküsst hat.

Alles war leicht und ließ sich von der warmen Nachtluft tragen. So, wie es hätte immer sein müssen – wie es immer bleiben sollte!

Wer ging und am schlaftrunkenen Morgen die Landstrasse entlang zur ersten S-Bahn Richtung Wien lief, ließ ein aufkeimendes Drama weit hinter sich: Aufdringlichkeit, Zurückweisung, Tränen, Schlägerei, Messer-Attacke und Bereitschaftspolizei. Den letzten Teil kenne ich nur aus Erzählungen, zwang mich doch meine Sonntagsplanung zum frühmorgentlichen Aufbruch aus Niederösterreich. Ein kurzes Nickerchen daheim, dann fand ich mich auf dem Weg zur Donau und zum Sonnenbaden wieder.

1 Comment

  • Gretchen
    6 Jahren ago

    Liebster Jonny, keiner schreibt so schön wie du!!! Ganz liebe Grüße quer durch den Erdball, Gretchen