Gestern vom August, 2010

Sonntag, August 22nd, 2010
frequency #10

Mein erstes Festival … wenn auch erst mal auf einen Tag reglementiert. Fortsetzung folgt 2011. Dann das volle Programm samt campen und Duschentzug!

Diesmal aber: Wir sind Helden, Fettes Brot, blauer Himmel, Mann mit Wassermelonenhut, süßes Mädel mit gelben Gummistiefeln und zum Abschied Die Toten Hosen quer durch St. Pöltens Industriegebiet.

Samstag, August 21st, 2010
truman show im alsergrund

Wenn man jeden Tag, so ziemlich genau zur selben Uhrzeit, immer ein und den selben Weg geht, spielt sich das Leben wie eine Theatervorstellung ab: Die kleine Süße, die ihren Auftritt immer zwischen Arne-Karlsson-Park und altem AKH hat. Den Blick versunken und irgendwelchen Tagträume hinterher jagend. Und wenn wir uns Höhe Campus treffen, weiß ich, dass ich viel zu spät dran bin. Oder der Dicke von links, der mit zwei SPAR-Einkaufssackerl an der Vereinsstiege steht und wartet. Auf wen auch immer. Doch den dramatischen Höhepunkt im letzten Akt gibt immer der schmächtige Ex-Knacki. Gespenstisch dürr, die Spitzen seines grauen Schnauzers hängen vertrocknet nach unten. Ein Gesicht, wie eine Masters of the Universe-Figur, die zu lange in der Sonne lag. Schrumpelig. Resigniert. Einzig sein Lego-bunter Stock bringt Farbtupfer ins welke Bild. An den krallt er sich, bis der Vorhang fällt.

Die Lady mit dem hüftsteifen Rehpinscher hat sich hingegen wohl aus dem Stück schreiben lassen. Die taucht nicht mehr auf. Schade.

Dafür bin ich zu meiner ersten Werberparty eingeladen: Cannesrolle beim ORF anschauen! Medientheater vom Feinsten – auch spannend!

Mittwoch, August 4th, 2010
beim Weg zurück vom tagesanbruch

Weit draussen, ein paar Stationen vor Ende der S-Bahn-Linie 7 und schon längst in Niederösterreich, wurde am Samstag gefeiert: Die Jugend, die eigene Unbekümmertheit, die Nacht bis lange nach Morgengrauen. Herzlich eingeladen all diejenigen, die ihr Schuhwerk auszogen und auf einem der allerorts verteilten Kissen Platz nahmen. Bei lustigen Spielen näherten neugierig zwei sich fremde Gruppen, die Theaterleute dabei deutlich im Vorteil. Währenddessen scheiterte frühzeitig die improvisierte Küchenbar mangels Eiswürfel. Draussen, im aufgestellten Gartenpool, wurde gebadet – zur ersten Runde noch in Unterwäsche. Im Partyzimmer lief der Soundtrack juveniler Versuchung und durchs hölzerne Zwergenhaus schwirrte wiederholt die Frage, wer gerade wen geküsst hat.

Alles war leicht und ließ sich von der warmen Nachtluft tragen. So, wie es hätte immer sein müssen – wie es immer bleiben sollte!

Wer ging und am schlaftrunkenen Morgen die Landstrasse entlang zur ersten S-Bahn Richtung Wien lief, ließ ein aufkeimendes Drama weit hinter sich: Aufdringlichkeit, Zurückweisung, Tränen, Schlägerei, Messer-Attacke und Bereitschaftspolizei. Den letzten Teil kenne ich nur aus Erzählungen, zwang mich doch meine Sonntagsplanung zum frühmorgentlichen Aufbruch aus Niederösterreich. Ein kurzes Nickerchen daheim, dann fand ich mich auf dem Weg zur Donau und zum Sonnenbaden wieder.