Trostpreis

Donnerstag, 8. Juli
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Aus der Traum – schon wieder nichts. Ein Kopfballtor und wir sehen trotz bunter Fankluft wie welke Balkonblumen aus. Vom Gegner geschlagen und nun den Blick nach unten gerichtet, damit keiner die Fassungslosigkeit in unseren Augen sieht. Dabei brannte die Euphorie gerade noch schwarz-rot-goldene Fahnen auf unsere Wangen. Wir fühlten, bei was ganz Großem dabei zu sein. Und dann … Nichts, Leere. Frustration. Ein Gefühl, dem Liebeskummer nicht unähnlich.

Enttäuschung ist die Hölle – das Fegefeuer unseres Alltags. Wie damals, als Kind zur Kirmeszeit, als wir für drei Fetzen Papier an der Losbude sogar auf rosa Zuckerwatte verzichteten. Alles nur wegen dem großen Kuscheltier vor unseren Augen und der Hoffnung das Glück mit einem Griff in den Eimer fassen zu können. Von überall sprach man uns Mut und gutes Gelingen zu. Die Aufregung machte uns ganz zappelig. Wir dachten wirklich, gleich mit dem Stofftier im Arm nach Hause gehen zu können. Doch von drei Losen waren zwei Nieten und das dritte nur Gewinn von unnützem Plastiktrödel. Man ließ uns sogar noch die Wahl zwischen ,grottenschlecht‘ und ,richtig mies‘. Und wie wir uns auch entschieden, der Losverkäufer übergab den Schund mit einem unübertrefflichen mürrischen Desinteresse. Eine glatte Ohrfeige für unsere Träume.

Mit Nichts dazustehen, wenn man gerade noch die ganze Welt in den Händen hielt ist schlichtweg grausam. Und als Erwachsener wird das nicht besser.

Ihr habt spitze gespielt Jungs!!! Das Englandmatch war das beste Spiel, das ich bisher gesehen habe. Und irgendwann ist auch der Jahrmarkt zurück in der Stadt – dann brennen auch wieder unsere Wangen für euch.