Gestern vom Juli, 2010

Mittwoch, Juli 21st, 2010
praterpoesie

Neulich bin ich an diesen Plakaten für die Pratersauna vorbeigekommen – schön getextet. Ich wusste gar nicht, dass man da auch baden kann. Dachte, das wäre ein normaler Club. Auf jeden Fall haben die Plakate neugierig gemacht und mein Vorhaben der Pratersauna einen Besuch abzustatten nur gestärkt.

Ein wenig hat mich die Idee an meine Domicil-Plakate von einst erinnert:

Mittwoch, Juli 14th, 2010
Teig anrühren

Gestern war offizieller Startschuss für mein neues (erstes, erstes richtiges, womöglich erstes richtiges) Buch: EINMAL PROSCIUTTO OHNE FUNGHI. So der Arbeitstitel. Leicht biografisch angehaucht :-) Gehört sich für ein Erstlingswerk ja auch so! Also über Jobsuche, WG-Castings und natürlich Pizza backen. Aber erst mal ist Ideen sammeln angesagt. Daher heute bei Ladenöffnung gleich ein Moleskin Notizbuch erstanden und den Bleistift gespitzt. Die ersten Einfälle wurden einst schon auf den Bestellbon der titelgebenden Pizza gekritzelt. Jetzt noch ein paar andere dramaturgische Zutaten dazu, dann warten bis der Teig aufgeht und sich die Seiten füllen. Mal schauen wie’s so wird …

Donnerstag, Juli 8th, 2010
Trostpreis

Aus der Traum – schon wieder nichts. Ein Kopfballtor und wir sehen trotz bunter Fankluft wie welke Balkonblumen aus. Vom Gegner geschlagen und nun den Blick nach unten gerichtet, damit keiner die Fassungslosigkeit in unseren Augen sieht. Dabei brannte die Euphorie gerade noch schwarz-rot-goldene Fahnen auf unsere Wangen. Wir fühlten, bei was ganz Großem dabei zu sein. Und dann … Nichts, Leere. Frustration. Ein Gefühl, dem Liebeskummer nicht unähnlich.

Enttäuschung ist die Hölle – das Fegefeuer unseres Alltags. Wie damals, als Kind zur Kirmeszeit, als wir für drei Fetzen Papier an der Losbude sogar auf rosa Zuckerwatte verzichteten. Alles nur wegen dem großen Kuscheltier vor unseren Augen und der Hoffnung das Glück mit einem Griff in den Eimer fassen zu können. Von überall sprach man uns Mut und gutes Gelingen zu. Die Aufregung machte uns ganz zappelig. Wir dachten wirklich, gleich mit dem Stofftier im Arm nach Hause gehen zu können. Doch von drei Losen waren zwei Nieten und das dritte nur Gewinn von unnützem Plastiktrödel. Man ließ uns sogar noch die Wahl zwischen ,grottenschlecht‘ und ,richtig mies‘. Und wie wir uns auch entschieden, der Losverkäufer übergab den Schund mit einem unübertrefflichen mürrischen Desinteresse. Eine glatte Ohrfeige für unsere Träume.

Mit Nichts dazustehen, wenn man gerade noch die ganze Welt in den Händen hielt ist schlichtweg grausam. Und als Erwachsener wird das nicht besser.

Ihr habt spitze gespielt Jungs!!! Das Englandmatch war das beste Spiel, das ich bisher gesehen habe. Und irgendwann ist auch der Jahrmarkt zurück in der Stadt – dann brennen auch wieder unsere Wangen für euch.

Samstag, Juli 3rd, 2010
Für den moment

Im MQ stehen zwei alte Passbildautomaten, ganz der fabelhaften Welt von Amélie entlehnt. Mit schwarz-weiß-Ergebnissen jenseits aller Vorgaben für biometrische Bundesdokumente. Mit anderen Worten: Im Bild verewigte Wiener Sommernacht pur, samt Ottakringerdose und der Unbekümmertheit beginnender Ferien.

Jetzt sind meine Mädels schon in Voralberg, doch der letzte gemeinsame Abend bleibt bis Herbst.