Gestern vom Februar, 2010

Samstag, Februar 27th, 2010
tief im westen

Rein in den Flieger und los die Zeitreise: 365 Tage zurück. Für ein Wochenende ging’s nach Dortmund, meiner einstigen Studienheimat. All die Leutchen von früher sehen – die guten Freunde, die einem ans Herz gewachsen sind und die man für sein neues Wiener Leben zurücklassen musste. Die Geschäfte und Clubs von damals abklappern; da noch mal einen Kaffee trinken; hier unbedingt wieder seinen Burger essen.

Viel hat sich seit Frühling 2009 nicht geändert. Der Duft des ,Potts‘, der schon bei der Ankunft im Bahnhof auf einen wartete, die Themen und Mitmenschen über die man so redet, selbst die ewig gleichen Lieder der Musiker in der Fußgängerzone. Als wäre man gar nie weg gewesen. Alles beim alten halt. Wie sein Wohlfühlpulli, den man schon seit ewig nicht mehr an hatte. Einmal über den Kopf gezogen, schwupps ist das Kuschel-Feeling zurück.

Montag, Februar 22nd, 2010
winter?frühling?frühling?winter?

Draussen schien die Sonne …

Donnerstag, Februar 18th, 2010
dead end pizza

Am Dienstag hatte ich meinen letzten Arbeitstag als Pizzabäcker. Diese Karriere fand somit ihr absehbares und unvermeidliches Ende. Dafür ging es mit den ganzen ,cabrónes‘ ,moruks‘ und ,maricas‘ nach Mitternacht und getaner Arbeit mir zu Ehren ein kleines Abschiedsbierchen trinken. Was mich nebenbei bemerkt urgefreut hat.

Alles in allem: eine verdammt schöne Zeit. Und schlechtere Jobs hatte ich auch schon.

Donnerstag, Februar 18th, 2010
patricia 2

… und ich kämpfe immer noch mit mieser Beleuchtung und dem Gefühl dieses Jahr noch nichts Vernünftiges gemacht zu haben.

Montag, Februar 15th, 2010
diplom 2.0

BÄMM, BÄMM, BÄMM! Ein halbes Dutzend Schüsse rissen die Nacht entzwei. Holz brach, Stimmen schrien. Heiseres Flehen versickerte in den morschen Dielen des Fußbodens. Mister Tod lärmte durchs Treppenhaus.

Nicht, dass ich mit meinem Diplom unzufrieden wäre, aber irgendwie beinhaltete es doch weniger Grafik, als wünschenswert. Vor allen bei Bewerbungsgesprächen war es dann eher nicht sooo das Highlight. Also mal was ganz anderes gemacht. Film Noir-Story mit 50er Jahre Bildmaterial aus amerikanischen Fotoarchiven. Titel: ,see me dying‘.

Geborstener Ellenbogen, zertrümmerter Fußknöchel; morsche Knochen brachen leise, die eines Zwanzigjährigen am lautesten. Alles übliche Geräusche meines Arbeitsalltags, wie bei anderen das helle KLING einer Schreibmaschine beim Zeilenumbruch. KLING, KLING, KLING, Feierabend! Nur manche Schreie hallten noch lange im Ohr nach.

Ich mag die Richtung. Das nächste Projekt schlägt ebenfalls diesen Weg ein. Nur mit einer besseren, authentischeren Geschichte: Hier, jetzt, Großstadt. Ich, wir. Uns.


Sonntag, Februar 7th, 2010
bam oida! fix oida! on the rocks, oida!

Letzten Samstag haben wir mit großem Tam-Tam unsere WG-interne-Cocktailbar eröffnet. Aus Mangel an ausreichenden Zutaten jedoch noch mit ungestümen Eigenkreationen wie ,Oktopus‘ oder ,Green Cabana‘. In der nächsten Zeit wird der Vorrat an Alkoholika und zusätzlichen Zutaten jedoch kräftig aufgestockt, so dass der anberaumten Cocktailparty für Mitte März nichts mehr im Wege stehen wird.

Die anschließenden WG-Party am letzten Samstag, zu der unsere WG eingeladen war, war geschwängert von Weisheiten und Aphorismen. Als eine Art Gästebuch, fein säuberlich per Post-it an die Wand geheftet:

Mittwoch, Februar 3rd, 2010
barbara 2

Diesmal vor meiner weißen Zimmerwand … Ich brauch’ ’n richtigen Scheinwerfer. Dringend!

Montag, Februar 1st, 2010
Auf den Stufen der Ernüchterung

Vor fünf Minuten hatte es Mitternacht geschlagen. Jetzt war ein neuer Tag, Montag, und ich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Es schneite zwar nicht richtig, aber ein paar verlorene Schneeflocken schwirrten dennoch wie Mücken durch die Nachtluft und ließen sich vom warmen Licht der Straßenlaterne anziehen. Am Schottentor, einem Verkehrsknotenpunkt der Stadtlinien schepperten die letzten Straßenbahnen in die neongetränkte Haltestelle. Passagiere gab es nur noch wenige, das Wochenende war vorbei, alle großen Abenteuer bestanden. Die Schaffner fuhren müde die leeren Wagons spazieren.

Ein paar Schritte weiter, im dunklen Nebeneingang der Hauptuni saß er dann: ein Mann, Ende Dreißig ungefähr, auf den kalten Stufen und die Wollmütze tief in die Stirn gezogen. Erschöpft hielt er sich an einer, in Cellophan eingetüteten Rose fest. Eine, wie man sie von den Rosenverkäufern für drei Euro erstehen kann. Aber der Mann, der da saß, sah nicht aus, als würde er auf jemanden warten. Auf jemanden, dem er die Rose mit einem verlegenen Lächeln noch überreichen könnte. Nein – eher, als hätte er für den vergangenen Abend etwas erwartet. Etwas bestimmtes. Etwas, das verfluchterweise nicht eintrat. Die florale Liebesbekundung war noch nicht einmal aufgeblüht und der Kerl schien nicht recht zu wissen, was er mit dem Ding in seiner Hand jetzt anfangen sollte. Wenn schon die mögliche Adressatin das Rosengewächs nicht in eine Vase stellen würde, tat er es dann?

Als ich die lange Straße bis zur nächsten großen Ampel hinter mich gebracht hatte, saß er immer noch da; ganz klein am Horizont – die Rose in der Hand und möglicherweise noch die Liebe im Herzen. … Eine Kreuzung weiter war er dann nur noch eine Schneeflocke die um die Straßenlaterne tanzte.