Gestern vom Januar, 2010

Montag, Januar 25th, 2010
alle glauben, dass mein vater ein vampir ist

Seit einiger Zeit gehe ich immer montags zur Impro-Theater-Gruppe. Dort hüpft man dann durch den Raum und läuft über Sand, Schnee oder glühende Kohlen. Man ist Teil einer riesigen Maschine die merkwürdige Laute von sich gibt, ein Gärtner mit Sprechstörungen oder einfach nur ein notgeiler Regenwurm. Oder man spielt aus dem Stehgreif eine beliebige Szene und hebt in voller Aktionen einen beschrifteten Zettel vom Boden auf. Auf diesem steht dann so was wie: Alle glauben, dass mein Vater ein Vampir ist.

Bau’ das mal in deine Impro ein, ohne mit lachen anzufangen …

Sonntag, Januar 24th, 2010
zum selber schreiben

Jetzt habe ich keine Lust mehr. Dieses ewige Fitzelfatzel, diese Detailteufelchen, dieses Klitzeklein. Hier noch ein Bogen, da noch ein Eckchen. Schluss, aus, nix mehr! Ich werfe jetzt meine Schriften ,Observia‘, ,Observia Thin‘ und die Handwrite ,Runaway‘ in die weite Welt hinaus. Noch nicht ganz erwachsen, noch nicht mit allen Sonder- und Satzzeichen. Egal! Beta-Version. Macht man ja heutzutage so.

Hier anklicken und runterladen: observia

Hier anklicken und runterladen: runaway

Dienstag, Januar 19th, 2010
bald im kino

Es ist ja nicht meine Art Werbung für einen Film zu machen, den ich selber noch nicht gesehen habe. Aber bei dem neuen Werk von Joel & Ethan Coen ,A Serious Man‘ macht man ja gerne eine Ausnahme. Vor allem, weil ich das Plakat so wunderschön finde.

(sämtliche Rechte an diesem Plakat liegen bei FOCUS FEATURES oder irgendwem anders.)

Sonntag, Januar 17th, 2010
doppelschicht

Man kommt ja zu nix. Wegen arbeiten und so. Weil man neben dem Pizzabacken und eigenen Projekten rumbasteln auch seit Jahresbeginn für ein kleines Merchandising-Büro Touristenmitbringsel gestaltet. So richtig gegen Geld. Spaß macht’s auch. Momentan also Doppelschicht. Tagsüber InDesign quälen und ab abends dann bis Mitternacht Käse auf die Salamipizza streuen. Aber nicht mehr lange. Pizza ist durch. Lustig war’s, aber gut jetzt. Die vapiano-Franchise-Idee ist ja schon etabliert. Mit der kann ich nicht mehr kommen. Also fröhlich Pixel schubsen. Hat man ja auch gelernt. Pizza jonglieren kann ich jetzt trotzdem.

Montag, Januar 4th, 2010
patricia

Kurz nach Neujahr musste meine Wand links vom Erker wieder als Studio herhalten.

Freitag, Januar 1st, 2010
Zehn neue Jahre

Jetzt ist es vorbei, das Jahr 2009. Von jetzt auf gleich, Punkt Mitternacht. Mach’s gut und Hallo 2010.

Aber nicht nur ein Jahr ging zu Ende, sondern auch ein ganzes Jahrzehnt. Das „verlorene Jahrzehnt“ wie der SPIEGEL kürzlich titelte. Aufgerieben zwischen Al-Kaida-Anschlägen und Bankendesaster. Und bei mir? Kurz bevor die Twin Towers in sich zusammenstürzten und den noch jungen Nuller Jahren ihre Unschuld nahmen, erschütterte mich mein erster großer Liebeskummer. Am anderen Ende der Dekade, die Lehman Brothers traten gerade die Finanzkrise los, brach mein Herz ein zweites Mal und ich haute nach Wien ab. Aber dazwischen, zwischen Herr der Ringe, Sommermärchen und iphone lernte ich Buchstaben so anzuordnen, dass sie erstens einen überdurchschnittlich lesenswerten Satz ergaben und zweitens noch hübsch aussahen. Mein Freundeskreis wurde wertvoller bereichert als jedes Aktienportfolio gieriger Shareholder. Ich band mir die Kochschürze um und warf die Eismaschine an. Kino wurde immer unwichtiger, das Leben da draußen gewann hingegen zusehends an Bedeutung. Bücher sowieso. „Verloren“ waren sie also nicht, die Jahre 2000 bis 2009. Aber man hätte vielleicht noch mehr daraus machen und sich nicht im Halbfinale von den Italienern rauswerfen lassen sollen.

So passte es ganz gut, dass gestern im WUK bei der „Mama, ich komm nächstes Jahr“-Silvesterparty die größten Hits der letzten 20 Jahre aus den Boxen geschossen wurden. – With the lights out, it’s less dangerous. Here we are now, entertain us. Ich hatte seit langen nicht mehr so viel Spaß auf der Tanzfläche.

Hier in Wien wird übrigens um Mitternacht Walzer getanzt. Auch auf der Straße und erst recht in Discotheken. Surreal, aber fein.

Und die nächsten zehn Jahre? Da bauen wir das World Trade Center wieder auf. Das große, drüben über’m Teich und das kleine in unseren Herzen. Außerdem werden wir Weltmeister: 54, 74, 90, 2010! Da geht was, Zahlen lügen nie.