Gestern vom Oktober, 2009

Samstag, Oktober 31st, 2009
WG-ausflug nach Schweden

Mit zwei meiner vier Mädels ging es gestern zu IKEA zwecks eines neuen Badezimmerschrankes und diversen IKEA-typischen müssen-wir-haben-Kleinkram. Das Einkaufshighlight waren übrigens fünf hohe Tassen (Pokale) für Heißgetränke aller Art. Vier in rosa, eine in weiß!!! Den urschweren Schrank schleppten wir durch halb Wien und sämtliche öffentliche Verkehrsmittel, um ihn noch mitten in der Nacht stolz und glücklich aufzubauen.

Samstag, Oktober 31st, 2009
die welt hat mich wieder lieb (ein bisschen)

Per Zufall kam ich die Tage an einen kleinen, sagen wir, Feinkostladen vorbei. Also, einer der Shops, die trendige Szeneprodukte aus Übersee verkaufen. Ben & Jerrys-Eis, beispielsweise. Oder: Snapples! Ein Fruchtsaft-Limonaden-Softdrink-Etwas. Snapples gibt es hin und wieder mal da und dort, aber nie, nieeee, nieeeeeee ist meine Allerlieblingslieblingssorte “Kiwi Strawberry” dabei. Mein Zaubertrank, mein Blutplasma, – mein Motor-Up. In New York habe ich das ungelogen literweise runtergeschüttet. Zwar kostet ein halber Liter hier stolze vier Euro, aber ich habe beschlossen anstelle dessen mein Bierkonsum drastisch zu drosseln. Damit spare ich bestimmt den ein oder anderen Cent.

(Trotz einer Verschlusszeit von einer 125stel war ich leider nicht schnell genug die Flasche samt Inhalt zu fotografieren. Die Saftfarbe geht in Richtung “Transparent Prinzessin Lillifee”)

Montag, Oktober 26th, 2009
turbulenzen

Manchmal sieht man das dunkle Loch ja kommen, über das man stolpert und dann der Länge nach hinfällt. Und manchmal weiß man, dass man beim Roulette mehr setzt, als man eigentlich an Jetons vor sich liegen hat. Aber irgendwie hofft man trotzdem durch zu kommen, weil das Ziel, also der Gewinn so wunderbar und umwerfend ist. Vielleicht, so denkt man sich, ist das Loch ja nur ein Schatten von all der Sonne ringsum und der Croupier drückt ausnahmsweise beide Augen zu. Aber dann liegt man plötzlich quer über dem Boden und ,Nichts geht mehr.‘

Wieder mal. Vielleicht einmal zu viel.

Sie war wirklich das Aufregendste, was mir bisher in Wien begegnet ist. Selbstbewusst, energetisch, mit einer ungeheuren Präsenz. Und doch ließ sie ihren Mitmenschen Raum. Ich fühlte mich in ihrer Gegenwart nie an den Rand gedrängt. Dazu gemeinsame Interessen, man konnte viel zusammen lachen und ihr Mund war so süß, wie mit einem feinen Zuckerbäckerpinsel gemalt.

Diesmal dachte ich wirklich, dass die Kugel zu meinen Gunsten rollt.

Sonntag, Oktober 18th, 2009
3 Waagen wagen Party

Nun ja, ich fungierte dabei eher als Mitfeierer, denn als Gastgeber. Aber da drei aus der momentanen WG-Konstellation im Herbstmonat Oktober Geburtstag haben, war natürlich irgendeine Feierlichkeit Pflicht.

Und nach dem zu fortgeschrittener Stunde zwei der drei Geburtstagskinder eine kurze Lambada-Nummer aufs Echtholz-Tanzparkett legten, wurde es draußen mal wieder Schwarz zu Blau und eine weitere Samstagnacht verfing sich in das wirre Netz aus Lebensanekdoten.

Montag, Oktober 12th, 2009
tief luft holen

Geburtstag! Ein neues Jahr fängt an, ein Lebensjahr. Also Persönlichkeits-Silvester oder so. Diesmal wird alles besser, schöner, bunter. Mit noch mehr Schnörkel und doppelt so viel Zucker. Als Herbstkind kommt man nie aus dem Schul, bzw. Uni-Rhythmus heraus. Das Jahr fängt im Oktober an und die Woche am Samstag – wie in der TV-Zeitschrift. Basta.

Um Mitternachts gab’s anstelle von Feuerwerk ,Jonny-Fluppen‘. Kann man auch anstecken und brennt auch. Von meinen WG-Mädels übrigens. Danke!!! Dann wurde bis halb vier Uhr morgens mit S. und einem Bierchen reingefeiert, bzw. reingeskypt. Jawohl!

Heute Abend greife ich dann meinen Hocker und gebe eine kleine Geburtstagslesung. Frank Goosens ,Mein Ich und sein Leben‘. Die Geschichten von Spüli, Pommes, Mücke und Ich. Wie bei meiner Dortmund-Abschiedslesung.

Kommen, gehen, stehen bleiben, umschauen, weitermachen. Mal sehen, was die nächsten 365 Tage so bringen. Erst mal tief Luft holen und Atem anhalten. In meinen Ohren rauscht das Blut.

Montag, Oktober 5th, 2009
zum sterben langweilig

,Bored to Death‘ ist eine neue TV-Serie über einen Schriftsteller, läuft oder lief auf HBO und kommt im Zweifel nie zu uns. Die Titelanimation ist aber entzückend und gibt es bei The Art of the Title zu bestaunen.

Freitag, Oktober 2nd, 2009
schoki

Die Choco-Vienna dieses Wochenende, eine Schoko-Messe, war für mich Schokoholic natürlich Pflichtprogramm. Doch leider war die Ausstellungsfläche ebenso winzig wie die Probierhäppchen der wenigen Hersteller. Nur durch einer gehörigen Portion Dreistigkeit gelang es mir mein horrendes Eintrittsgeld ansatzweise zu amortisieren. Sogar bei den Verpackungen waren die Schokofabrikanten geizig. Eine konnte ich dann doch abstauben. Besonders der schwarze Lack (Kakaobohne und Name) auf schwarzem Papier gefiel mir.

Ein wirkliches Schmankerl war eine kleine Sammlung von “antiken” Tafelverpackungen (inkl. derbster politischer Unkorrektheit). Ansonsten nervt die Industrie mit der hundertsten Variation von Pfefferschokolade und schlechten ZOTTER-Kopien.

Freitag, Oktober 2nd, 2009
stille nacht – alles schläft einsam wacht

,Nachtwache‘ ist nicht nur ein dänischer Film mit einem Ewan-McGregor-Hollywood-Remake (Regie beide Male Ole Bornedal) sondern bekanntlich auch ein Gemälde von Rembrand, dem alten Pinselschwinger. Und eben letzteres klebt nun in DIN 2A0 über meinem Bett und wacht säbelrasselnd über meinen Schlaf. Gegenüber des Albert Watson Posters und in der selben Technik. Scheiß auf Traumfänger, hoch leben die alten Meister.

Und nächstes Jahr hängt dann das Original da.

Obwohl, das könnte sich mit der trockenen Luft in meinem Ballsaal nicht vertragen. Seit heute ist es nämlich vom Rauchfangkehrer amtlich: mein offener Kamin ist voll funktionstüchtig und wartet nur darauf an kalten Wintertagen angefacht zu werden. Inklusive heißer Schokolade und Vorlese-Lektüre. Ich höre es schon knistern …