Gestern vom Juni, 2009

Montag, Juni 29th, 2009
legen sie los!

Letzte Woche hatte ich mein erstes Bewerbungsgespräch, als Texter – bei Springer & Jacoby. Aber nur als Praktikant. Dementsprechend locker ging ich an die Sache ran. Meine Hausaufgabe, der Copytest, brachte mich dann doch an meine Grenzen. Zwölf Aufgaben, zu lösen in einer tabakverseuchten Plattenbauwohnung. Mein Kopf explodierte. Zudem war ich etwas außer Übung und aufgrund längerer TV-Abstinenz nicht wirklich auf werbeaktueller Höhe. Ich biss mich durch, zwei mühevolle Tage lang.

Jetzt habe ich dem tapezierten Aschenbecher den Rücken gekehrt und bin nun offizielles WG-Mitglied in der Langen Gasse im 8. Bezirk. Mein Zimmer beziehe ich allerdings erst am Wochenende. Aber den Fernseher im Wohnzimmer, den kann ich bis dahin schon reichlich nutzen.

Sonntag, Juni 28th, 2009
streetart II

Freitag, Juni 26th, 2009
am leckersten ist immer noch die begeisterung

Erdbeer-Kokos-Minze und Honig-Sesam

Freitag, Juni 26th, 2009
der sturm der letzte tage

Nicht der Regen hat mich ein Stück weiter Donauabwärts gespült, sondern die emotionale Großwetterlage in meiner vormaligen Zwischenbehausung. Das Doktorenpärchen ist keines mehr, ihre Wege haben sich getrennt. Für ,Sie‘ eher unfreiwillig. Und da es ihre Wohnung war, wurde auch ich nicht mehr geduldet. Immerhin kam ich über ,Ihn‘ an das Zimmer. Für die letzten Tage bin ich einer mir fremden Wohnung untergekommen, die oder der Besitzer auf Weltreise, möglicherweise in China. Das lassen zumindest ein paar Bücher über Schriftzeichen und andere Indizien schließen. Dankenswerterweise hat mir mein nunmehr Ex-Mitbewohner die Räumlichkeiten vermittelt, aber da es sich hier um eine Raucherwohnung handelt und ich mich auch sonst in den vier Wänden nicht wirklich wohl fühle, frage ich mal ganz lieb bei meiner neuen WG an, ob ich denn ein, zwei Tage vor dem ersten Juli schon einziehen darf. Mein Hab und Gut befindet sich dort schon sicher im Flur, hingekarrt mit einem OBI-Einkaufswagen und bei Dauerregen.

Montag, Juni 22nd, 2009
ende gelände!

Jetzt mal ein bisschen Werbung: Einem sehr guten Freund von mir geht es musikalisch gerade so wie mir literarisch, er versucht Fuß zu fassen. Mit seiner Band ENDE hat er ein neues Album aufgenommen, dessen Rohversion ich schon letzten Malaga-Urlaub rauf und runter gehört habe. Zu ,Me despido‘ stand ich bei fast jedem Sonnenuntergang auf der hauseigenen Dachterrasse und flehte das brennende Meer um Herzens-Beistand an. Geholfen hat’s nichts und bei ,Me despido‘ zerreißt es mir weiterhin regelmäßig die Seelen-Takelage.

Bildet euch bei Interesse selbst eine Meinung, ich bin befangen …

(Das Foto zeigt zwar nicht die aktuelle Besetzung, habe aber leider kein neueres)

Montag, Juni 22nd, 2009
es wächst

Aus einer Idee, einer Vorstellung, aus einem Punkt auf der Landkarte baut sich langsam ein neues Leben. Wien nimmt Gestalt an. Nicht die Stadt an sich, meine Zeit hier: ich habe ein Zimmer! Ein 30 Quadratmeter Zimmer mit Erker und offenem Kamin, Fischgrätparkett. Zentral gelegen, direkt gegenüber dem alten AKH, also dem neuen Uni-Campus. Und in angenehmer Gesellschaft von vier echt netten und überaus sympathischen Voralberger Studentinnen.

Von allen WGs, die ich mir ansah, und es waren nicht gerade wenige, ist das die unangefochtene Nummer Eins. Premium delux! Die Kirsche vom Eisbecher. Noch vor der Westbahnstraßen-WG mit dem Durchgangszimmer, nahe der Westlicht-Galerie. Merke: ,There is always a bigger fish‘ oder ,Woanders ist die Kresse immer grüner!‘

Freitag, Juni 19th, 2009
See, Montgomery burns!

Nein, eher im Gegenteil, die Fackeln sind ein Teil einer Lichterkette gegen Rechts. Einmal rund ums Parlament. Aber was, wenn sich der Mob entschlösse seine gebündelte Kraft gegen Staat und Gebäude einzusetzen? Wenn ein geheimes Signal ertönen und der Zorn der Bürger ein Inferno entflammen würde? O Mensch, ist Dir bewusst, wie viel Macht Du als Gruppe besitzt?

Mittwoch, Juni 17th, 2009
zäher morast des organisatorischen

Der Grund, weshalb ich vier Monate keine Lust auf Kino hatte (erstmals im Leben überhaupt), war der Gleiche, weshalb ich eher schleppend ins Diplom kam. Dadurch verzögerte sich alles und ich hatte nicht, wie geplant, die letzten vier Wochen  Zeit um mich in Dortmund vernünftig ab-, an-, umzumelden, bzw. geordnet die Zelte abzubrechen. Stattdessen riss ich die Heringe aus dem Boden und knäulte mein Wigwam in den Kofferraum. Dass ich keine PIN fürs OnlineBanking mehr hatte, merkte ich erst hier. Dass meine TAN-Nummern mittlerweile ebenfalls abgelaufen waren, sah ich erst, als die Bank mir nach Ewigkeiten eine neue PIN schickte (zuerst kam nur unaufgefordert eine TelefonBanking-PIN, die ich wegen hoher Einwahlgebühren aus dem Ausland nur ungern nutzen wollte). Derweilen freute sich ARCOR, dass mein laufender Internetanschluss erstaunlich wenig Traffic verschlang.

Die Liste ließe sich fortsetzen.

Übrig geblieben ist die Erkenntnis, dass die EU in der Praxis noch nicht so ganz funktioniert und E-Mails keinen Kundenschalter ersetzen.

Sonntag, Juni 14th, 2009
90 Minuten Hardcore … echte Gefühle!

Im Filmarchiv Austria läuft gerade eine Retrospektive über den deutschen Gegenwartsfilm und gestern, im speziellen, BANG BOOM BANG! War natürlich ein Pflichttermin für mich und hat sich in etwa so angefühlt, als würde ich mit einem riesengroßen Fernrohr bis zum ganz rechten Rand vom Pott gucken. Direkt zu euch – und zum Kampmann inne Firma. Mann ey, manchmal glaub ich wirklich nich, dat du mein Sohn bis! Möcht mal wissen mit welchem Alkoholiker deine Mutter damals rumgehurt hat.

Sonntag, Juni 14th, 2009
ein kontinent für 2,99

PROSI, ein Exotik-Supermarkt und so fünfzehn Minuten zu Fuß von mir, ist nicht mit irgendwelchen sonstigen Asia-Supermärkten zu vergleichen. Hier gibt es Zeugs aus allen Winkeln der Welt: Afrika, Indien, China, Thailand, England, weiß-der-Himmel. Eine Küchen-Safari für jeden, der gerade seinen ersten Dr.-Oetker-Atlas bekommen hat. Ich bind mir nur schnell die Kochschürze um und zieh den Tropenhelm auf…