Expedition ,17 Quadratmeter‘

Donnerstag, 14. Mai
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Auf der Suche nach einer neuen Bleibe, den eigenen vier Wiener Wänden, lugt man ja zwangsweise hinter die stuckverzierten Mauern der Stadt. Man klappert Adressen und Menschen ab, schaut sich Zimmer und mögliche Mitbewohner an. Man trifft auf schmucke Fassaden oder verstaubten Mörtel. Man lernt Gemeinschaften kennen, deren Zusammensetzung sich wie ein Groschen-Roman-Ensemble anmutet. Man stellt sich Menschen vor, denen man auf der Straße den Rücken zudrehen würde. Und man stellt sich Menschen vor, bei denen man hofft, sie mögen einen noch ein Stück auf der Expedition begleiten. Man geht an vergilbten 70er-Jahre-Tapeten vorbei, welche den Atem dutzender WG-Generationen aufsogen, man tritt durch Flügeltüren, die einem Abenteuer und mondäne Partys versprechen. Man sieht sich Zimmer an, vor deren Fenstern die Straßenbahn vorbeischeppert oder andere, von denen man direkten Blick auf Balkon und Wohnung von Natascha Kampusch hat, und diese, just im Moment der Besichtigung, auf dem Balkon ihre Blumen versorgt.

Eine Wohnung habe ich immer noch nicht. Mal sehen, was was noch alles kommt.