von oben ordnet sich alles

Freitag, 10. April
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Allmählich senkt sich der Rausch Millionen neuer Informationen und Eindrücke. Wie bei einer 90er-Jahre Computer-Grafik baut sich Stück für Stück, Pixel für Pixel die Orientierung auf. Quälend langsam, aber das grobe Bild lässt sich schon erahnen. Hier wohne ich, da ist der Supermarkt, da lang geht es in die Innenstadt. Fällt mir bei meinen Streifzügen ein besonders schöner Laden oder ein interessantes Café auf, notiere ich es gleich im Kalender. Straße, Ecke, Name: dich finde ich wieder.

 

Einen Lieblingsplatz habe ich auch schon: die Stadtbücherei. Nicht innendrin, obendrauf! Auf einer Seite führt eine Treppe pyramidenartig bis hoch zum Dach. Rechts und links hupen die Autos über den Gürtel. Rechts und links tief unter einem. Der ideale Ort, um Sonne zu fangen, durchzuatmen, zu überlegen, welchen Weg man als nächstes einschlägt, um sich mit Kaltgetränkflaschen zuzuprosten, für sich zu sein, unter Menschen zu kommen, Blödsinn zu quatschen, einem Freund sein Herz auszuschütten, Wunden zu lecken, mit sich im reinen zu sein, sich vom Rauch seiner Pfeife einhüllen zu lassen, um einfach nur da zu sein. Um überhaupt da zu sein.

Mein Lieblingswort der Woche (an irgendeine Wand gesprüht) ist übrigens: Wohlstandsverwahrlosung