Montag, 15. Dezember
Wien. Erneut.

Wien. Erneut. Gewählte Heimat. Zuhause. Zur Zeit noch ein dunkles, unaufgeräumtes Zimmer. Mein Zimmer. Jemand hat das Fenster offen gelassen. Und das im Dezember.
Dunkel ist es. Mehr schwarz, als grau. Doch die Möbel sind zu erkennen. Schattenhaft. Einige stehen quer oder stapeln sich hoch. Und man weiß von dem einzigartigen Duft, der in jeden ihrer Ritzen wohnt. Dieser ewig süßlich-melancholische Geruch der Verwesung. Zuckersüß und faulig. Jetzt vorübergehend genommen von Staub und Kälte.

Ich wandle durch die Stadt. Folge meinen Schritten. Leben flattert im Wind und wird schnell eine Gasse weiter geweht. An den Wänden Plakate vergangener Euphorien. Violetten Sommern und karierten Oktobern.
Halb blind tastet man sich vorwärts. Traut den wabernden Schatten nicht. Was sich alles in ihnen verbergen könnte: Leere. Fallen. Furcht.

Man kennt sein Zimmer, weiß, wo alles steht. Aber die Farben, die Farben hat man nur in seinem Kopf.
So harre ich aus bis das Dunkel bricht. Bis die Schatten verenden im Morgenlicht.

Sonntag, 7. Dezember
Kurzer Werbeblo(ck)g

Ein sehr guter Seebärenkumpel aus alten Haudegenzeiten betreibt mittlerweile eine eigene Klamotten/Utensilien-Druck-Manufaktur. In heimeliger Kleinarbeit entwirft und besiebdruckt er ganze Mannschaften von Eulen, Igeln und Pinguinen. Und allerlei mehr zum selber haben und verschenken und glücklich machen.

Wer also noch händeringend auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken ist und Freude an ausgefallenen Unikaten hat, kann da ja gerne mal vorbei schauen:

www.päfjes.de

Einfach ein wenig stöbern oder einen Seemannsgruß hinterlassen.

Sonntag, 30. November
Im Unterbewusstsein

Wir haben eine Wohnung! Am Alsergund. Nach gar nicht mal all zu langer Zeit suchen, wie ich finde. Zumindest rechtzeitig, um in der frisch gebackenen Behausung ins neue Jahr zu starten. Und wenn meine erste Wiener Wohung in der Langen Gasse (mit ihrer zentralen Lage, dem Erker und dem Blick bis rüber auf die Alser Straße) wie ein neugieriges Neigen in die Stadt war – so ist die zweite Wohung nun tief im Unterbewusstein meiner erneuten Wirkungsstätte verankert. Mitten im 9. In einer kleinen Seitengasse. Im Hinterhaus. Umgeben von Höfen und Mauern. Eine Höhle aus Altbau. Der innere Kasten eines Labyrinthes. Eine Matrjoschka-mäßige Inception-Butze. Im 7 1/2 Stock, wo es direkt ins Hirn von John Malkovic geht. Oder in diesem Fall von Karl Markovics (Den gibt es wirklich! TV-Serie “Stockinger” und Oscarfilm “Die Fälscher”.) Oder besser: dem Hirn von Franz Schubert, denn der wurde gleich ums Eck geboren. Oder in das von Sigmund Freud, der ein paar Straßen weiter seine Patienten auf der Couch liegen hatte. Womöglich auch in deren Köpfe. Oder aber, und das wäre natürlich das Feinste, in den genialen Geist von Ludwig van Beethoven, dereinst ebenfalls in dieser Nachbarschaft seinen Lebtag verbrachte.

Der 9. Bezirk ist also durch und durch Geschichtsträchtig. Jener Ort eingeschlossen, an dem ich nun in den kommenden Wochen meine Möbel und vor allen meine Küche einrichtem werde. Denn hier stand Ende des 18. Jahrhunderts der Pulverturm, der am 26. 6. 1779 detonierte und fatalerweise knapp 100 Menschen in den Tod riss. Eine Glasmalerei in unserem Stiegenhaus erinnert noch an dieses Unglück (siehe Bild unten). Im Anschluss wurde ein Gesetz erlassen, dass die Lagerung von Schwarzpulver innerhalb der Stadtmauern untersagte.

Ein Ort, tief im Unterbewusstsein der Stadt halt.

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Und ein Ort, tief im Unterbewusstsein meines Hoods 2014:

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Samstag, 22. November
Wieder in Wien

Sie könnten nicht gegensätzlicher sein: die Umstände, unter denen ich dieser Tage zum zweiten Mal nach Wien ziehe – im Vergleich zu 2009. Damals war es Frühling, ich fuhr mit Sack und Pack alleine ins Unbekannte, kannte in Wien eigentlich keine Menschenseele und einen Job hatte ich auch nicht. Einst schob mich etwas aus Deutschland fort, nun zog mich etwas nach Wien. 2009 folgten die vier besten Jahre meines Lebens. Seit letzter Woche … zugegeben – genau diesen Punkt würde ich nicht gerne gegensätzlich sehen wollen.

Ein wenig muss ich daher an John Lennon denken. Nicht, dass ich mich mit ihm in irgendeinerweise gleich setzen möchte, aber John Lennon hat bitter dafür gekämpft in seinem geliebten New York bleiben zu dürfen. Die Amis wollten ihn nicht, den britischen Hippie und verweigertem ihm beharrlich die Green Card. Irgendwann, nach zähem Ringen, klappte es dann doch. Und so war er am späten Abend des 8. Dezembers 1980 immer noch in New York.

Ich bin mir sicher, frage man John heute im Musikerhimmel, ob er seine Entscheidung im Big Apple zu bleiben nun bereue, er mit einem klaren “Nein” antworen würde. Und so bin ich zuversichtlich, was auch immer da kommen mag. Zumindest glaube ich schon ein mal nicht an einen geistig verwirrten Attentäter, der mir auf der MaHü auflauert.

Denn wenn auch beim Umzug der Himmel über Österrreich in einem müden Novembergrau ruhte, brachen die Wolken kurz vor dem Ziel auf und das abendliche Wiener Umland wartete im verheißungsvollen Messing und Kupfer. Lassen wir also alles auf uns zukommen.

Montag, 10. November
Klettenberg

Köln ist Geschichte. Nach nicht einmal einem Jahr. Die Hirschbergstraße hat nie ihren Gipfel erklommen. Im Bergseezimmer wurde das Wasser abgelassen, jenseits des Flurs – im “la peche croquant” – die Stühle eingeklappt. Mein kleiner Balkon wurde nicht einmal richtig eingeweiht. Der Sommer war ja so abspenstig wie das Gefühl in Köln angekommen zu sein. Zur Zeit ist mein Hab und Gut eingelagert und fortgesperrt. Zum zweiten Mal innerhalb 15 Monate. Ich bin gespannt, wann und wo genau es sich wieder entfalten wird.

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Montag, 20. Oktober
In den letzten Wochen

Was halt so gesehen oder getan wurde.

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Sonntag, 5. Oktober
Kölle

Ja, ich lebe tatsächlich noch da. Am Rhein. Aber nicht mehr lange. Es geht wieder zurück nach Wien. In ein paar Wochen – rechtzeitig zum Christkindlmarkt.

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Samstag, 20. September
Drive to get off

Susi und ich halten eine Lesung ab – und Moritz schwurbelt dazu auf seinem Synthi. Unter dem Motto “Drive to get off” findet sie im im Rahmen des Anno Literatur SOnntags (ALSO) statt. Am 12. Oktober 2014 um 20:00 Uhr. Alle sind herzlich eingeladen unseren literarisch-musikalischen Geschichten zu lauschen (und ein wenig meinen Geburtstag zu feiern)!

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Maybe I ride, maybe you walk / Maybe I drive to get off, baby“ (R.E.M.)

Mittwoch, 10. September
1000 Wörter, zwischendurch

Es gibt mal wieder eine 1000-Wörter-Geschichte. So nebenbei entstanden, da die Lust zum Schreiben wieder zugenommen hat. Respektive die Zeit.

Das Gift der Sterne

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Donnerstag, 28. August
Ein Sackerl Drama

Wildschweine, Schönbrunn und jede Menge Drama! Außerdem noch die Erkenntnis, dass 1/3 aller Fahrgäster der Wiener Linien mit der U3, U6, 6, 43 und 13A unterwegs sind. Drei davon waren auch immer meine Hauptadern.

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