Mittwoch, 10. Februar
Blue-Cheese-Apple-Sandwich

Sandwich_0090

Vor gut 10 Jahre stolperte ich im Internet über eine englischsprachige Sandwich-Rezepte-Seite. Optisch simpel gehalten enthielt sie hunderte von ausgefallenen Belagsvarianten. Der Rechner, auf welchem ich diese Seite gebookmarkt hatte, fiel jedoch einer Horde Viren zum Opfer. Gefunden habe ich die Page nie wieder. Das einzige Rezept, welches den digitalen Exitus überlebte, ist ein würzig-fruchtiger Vertreter der schnellen Sandwichküche: Frischkäse mit weichen Blauschimmel vermengen und auf das Brot streichen. Ein paar Blätter Eissalat dazugeben. Zwiebelringe und Äpfelscheiben mit etwas Butter andünsten und ebenfalls in den Toast geben. Fertig. Köstlich!

 

Sonntag, 7. Februar
Sandwiches – mehr als nur zwei gefüllte Brotscheiben

sandwich_titel2

John_Montagu,_4th_Earl_of_Sandwich

Bildquelle: wikipedia

Diesem Knaben hier haben wir das Prinzip von gefüllten zwei Scheiben Brot zu verdanken. Dem 4. Earl of Sandwich. Aus Zeitnot heraus geboren, womöglich gar mit einer Prise Faulheit. Sympathisch. Nicht zufällig bin ich ebenfalls ein begeisterter Fan dieser ernährungspraktischen Schnellversorgung. Zu gerne erinnere ich mich an die Videosessions bei Thilo unterm Dach – mit Schinken, Käse und einem Sandwich-Toaster. Bei „True Romance“ oder „Meet the Pheebles“ haben wir es uns kulinarisch simpel gut gehen lassen. Später habe ich mir selbst so einen Griller zugelegt. Mittlerweile fiel er jedoch einem meiner 15 Umzüge zum Opfer. Gut so. Denn es geht auch eleganter, als zwei Scheiben Brot zu einem dreieckigen Weizen-Käse-Schinken-Matsch zu pressen.

Es fängt schon beim Brot selbst an. Nichts geht simpler zu backen als Toastbrot. Mehl, Wasser, Salz und Germ. Dazu je ein Schuss Milch und Öl. Das Ganze in eine Kastenform. Rein in den Ofen. Raus aus dem Ofen. Fertig. Dazwischen noch gehen lassen, sicher, aber das macht der Teig ja von selbst. Der Geschmack entschädigt die ohnehin minimale Mühe bei Weitem. Getoppt kann das Ergebnis noch mit geschmolzener Butter werden, die kurz vor Ende der Backzeit über den Laib gestrichen wird. Das macht die Kruste beim anschließenden toasten noch krosser. Zudem verdele ich meine Brote entweder mit einer Salz-Oregano-Mischung oder einer Karamellbutter mit Sesam. Da kann jeder Tüten-Toast aus dem Supermarkt  seine Geschmacksverstärker und Backtriebmittel einpacken.

Sandwich_0011

Sandwich_0038

Übrigens bin ich der Meinung, dass Sandwiches geschmacklich einiges mehr drauf haben als Burger. Gut. Burger sind kultiger und sehen besser aus, stimmt, aber sie sind selten so aromatisch differenziert wie ein richtig gut gemachtes Sandwich. Vom eingeschränkteren Variantenreichtum ganz zu schweigen. In den nächsten zwei bis drei Wochen schaue ich also mal, was alles zwischen zwei Scheiben Brot besonders gut schmecken kann. Den Anfang macht ein Pastrami-Sandwich. Mit Senf-Kaviar und Pastrami aus der Marktwirtschaft, Gewürzgurke und Krautsalat von Staud’s. Simpel, aber seeehr lecker.

Sandwich_0116

Donnerstag, 4. Februar
Die goldenen Hügel der Toskana aus Mandel, Ei und Mehl

cantuccini_titel5

Vier Wochen nach Silvester umschließt der Winter noch fest die Bäume, Straßen und Häuser. Gelegentlich meint man den Frühling aufleuchten zu sehen, aber die kalte Jahreszeit ist hinterlistig und taucht gerne wieder auf wie ein besiegt geglaubter Bösewicht aus Bondfilmen.
Ein wirksames Mittel gegen klamme Hände bleibt da seit jeher das Backen. Vor allen süße Sachen. Und ganz besonders gilt dies für Biscotti di Prato. Diese herrlich mandeligen Hartkekse, die bei uns besser unter dem Namen Cantuccini bekannt sind. Zweifach werden sie gebacken, damit sie auch ja alle Wärme des Ofens aufnehmen. Zuvor mit Ei bepinselt geraten sie sogar noch goldener. Unbedingt beim nächsten Backen berücksichtigen! Überhaupt sind sie ein simples und dankbares Backwerk. Ein Flanieren über den Piazza del Campo in Siena könnte nicht leichter sein.

Ganz gleich also wie Grau der Himmel nördlich der Alpen auch sein mag, mit einem Biss in diesen italienischen Keksklassiker bricht auf unseren Zungen krachend die Sonne durch. Jeder Biscotti wird so zu einem Trip in die Toskana – für den kurzen Moment, wenn sich der Mandelgeschmack in unserem Mund ausbreitet und wir uns an die goldenen Hügel zwischen Florenz und San Quirico d’Orcia erinnern. Oder an welchen Fleck Italiens wir auch unser Herz verloren haben.

Cantuccini_0502

Cantuccini_0576

Cantuccini_0364

Dienstag, 26. Januar
Wegesrand zum Sonnenuntergang

Als es vor ein paar Tagen noch nicht gar so grau war, bin ich mit der Kamera durch die Weinberge gezogen. Den Focusregler auf „supernah“ gestellt und los gings. Zwar weiß ich nicht, wie dieser weißgefiederte Baumwoll-Verschnitt heißt, der hierzulande gerne mal am Wegesrand steht – aber er gibt neben den Gräsern ein gern genommenes Fotomotiv ab.

Sonnengestrüpp_0013

Sonnengestrüpp_0063_B

Sonnengestrüpp_0083

Sonnengestrüpp_0102

Sonnengestrüpp_0118

Sonnengestrüpp_0196

Sonnengestrüpp_0208

Sonnengestrüpp_0225

Samstag, 23. Januar
Fruchtig-pikant: Winterflammkuchen

Er ist nicht ganz so variantenreich wie sein italienischer Cousin, die Pizza – dafür ist der Flammkuchen leichter herzustellen. Es wird weder das italienische Mehl Tipo 00 benötigt, noch verlangt der Teig eine Ruhezeit über Nacht im Kühlschrank. Da der Flammkuchen ausgerollt wird (richtiger Pizzateig nicht), geht der Rand auch nicht auf und bleibt so besonders knusprig. Bestrichen wird er traditionell mit Schmand, also Sauerrahm oder wahlweise einem Topfen-Crème fraîche-Gemisch. Als Belag eignen sich Speck, Zwiebeln, Kartoffeln, Zucchini, Lauch, Ziegenkäse, etc. Sogar eine süße Version mit Apfel und Zimt schmeckt vorzüglich.

Ich habe mich heute für süß-pikant entschieden. Birne mit Gorgonzola. Dazu ein Hauch Rosmarin. Ein richtiger Winterschmaus. Passend zum rieselden Schnee da draussen :-)

BIrne_Gorgonzola_Flammkuchen_0041

BIrne_Gorgonzola_Flammkuchen_0069

BIrne_Gorgonzola_Flammkuchen_0087

BIrne_Gorgonzola_Flammkuchen_0124

Sonntag, 17. Januar
Babyäpfel vom Klondike-River

Gelegentlich fallen einem Zutaten in die Hände, die beim puren Anblick sofort sämtliche Koch- oder Backsynapsen im Hirn aufspringen lassen. Als würde ein kulinarischer Goldnugget gewittert werden. Ein lilafarbener Karfiol war mal so ein Fall bei mir. Weil, mit so einem phänomenalen Lebensmittel, denkt man sich, kann nur eine kleine Sensation auf den Teller landen. Mehr noch: diese Wunderikredienz macht durch ihre bloße Zubereitung aus einem mittelmäßigen Kesselrührer einen dreifach Haubendekorierten Gourmetrevolutionär. Klappt natürlich nie. Dennoch habe ich mich letzten Samstag wie ein grünschabeliger Pfadfinder gefreut, der seinen erstern Mini-Nugget aus dem Klondike River fischt. Auf dem Kutschkermarkt fielen mir diese kleinen Babyäpfel in die Hände. Zum Backen eigentlich nur suboptimal, da sie viel zu Wasserhaltig sind. Dennoch fand ich die Vorstellung die Apfelhälften verkehrt herum in eine Tarte zu geben, recht ansprechend. So ein wenig, wie man das von Pfirsichkuchen kennt.

Vorsichtshalber habe ich auf das Blindbacken des Tartbodens verzichtet, da halbe Äpfel, selbst als Babys, sehr lange brauchen, bis sie gar sind. Mit dem Backen gaben sie so viel Feuchtigkeit ab, dass ich mit einem Fetzen Küchenpapier behutsam die Tarteoberfläche trocknen musste.

Hat sich aber gelohnt. Das Ergebnis ist unbeschreiblich saftig geworden und schmeckt weitaus Apfel-vanillig-cremig-süßer, als es ein Klumpen Gold es je könnte.

Babyapfel-Tarte_17

Babyapfel-Tarte_72

Babyapfel-Tarte_53

Sonntag, 10. Januar
Schokogrüsse von der Südhalbkugel

Da ich heute nicht zum Kochen oder Backen kam, hier zwei (importierte) Schokogrüße aus der Ferne. Genauer: aus Neuseeland und Australien. Zwei Mitbringsel meiner Freundin – eine glühende Globetrotterin – bei denen mir sowohl als Naschkatze als auch als Grafiker das Herz aufgeht. Die Raw-Chocolate ist mir zwar einen Hauch zu zartbittrig, aber die Whittakers kann es unumwunden mit meiner Lieblingsschoki aufnehmen. Tausend Dank, liebste Weltenbummlerin!

whittakers_0059

panachoco_0003

Dienstag, 5. Januar
Die Guerilla-Schwestern sind sesshaft geworden

Und noch einmal Frühstück. Und zwar heute vor der Arbeit in der Guerilla Bakery. Die drei Schwestern aus Vorarlberg versüßten uns schon eine ganze Weile an den unterschiedlichsten Ecken Wiens. In unregelmäßigen Abständen mit Pop-Up-Stores voller Leckereien. Gerne erinnere ich mich an die Anfänge. Nun also eine fixe Adresse – drüben, im 4. Bezirk. Ganz frisch aufgemacht. Gaumenkitzler und Co gibt es jetzt täglich, dazu auch pikante und warme Speisen. Qualitativ alles auf höchstem Niveau. Auch die Einrichtung behagt. Die blaue Fliesentheke gleich beim Eingang hat mir schon auf den ersten Facebookpostings irrsinnig gut gefallen – die Sitzgelegenheiten wirken gemütlich. Zudem lässt dazu der Blick durchs Fenster etwas überaus geselliges erahnen: eine Terrasse im Innenhof des Palais Erzherzog Carl Ludwig. Inklusive Springbrunnen und Kegelbäumchen. Da verbringt man doch gerne so manchen Sonnentag bei Bananabread und Coconut-Almond-Cupcakes. Das Kaffeehausjahr 2016 kann also kommen. Und dass gestern beim Tag der Eröffnung eine süße Staubzuckerschicht auf Wien niederrieselte, darf für die drei Schwestern ruhig als gutes Omen gehandelt werden.

Guerilla_Bakery_0035

Guerilla_Bakery_0006

Guerilla_Bakery_0010

Guerilla_Bakery_0028

Guerilla_Bakery_0011

Guerilla_Bakery_0012

Guerilla_Bakery_0024

Guerilla_Bakery_0026

Guerilla_Bakery_0003

Sonntag, 3. Januar
Frühstücksmuffins

Eiermuffin_0349

Heute gab es ein verspätetes Neujahrfrühstück: Englische Muffins mit Ei und Speck. Das besondere an den runden Flachbrötchen ist der Umstand, dass sie nicht im Ofen, sondern in der Pfanne gebacken werden und damit quasi eine Kreuzung zwischen Toast und Pancakes darstellen. Bei mir hat die Teppanyakiplatte heute die Pfanne ersetzt. Grundsätzlich egal, aber abdeckeln oder Cloche drauf muss unbedingt sein.

Unglücklicherweise habe ich den typischen Frühstücksteigfehler begangen und mit dem Prozedere erst heute Morgen begonnen. Einem späten heute Morgen, wohlgemerkt. Bis das Spiegelei in den fertigen Muffins lag war schon Mittag durch. Also unbedingt merken: Für alle Frühstücksleckereien aus Germteig den Teig schon am Abend vorher zubereiten und zum Gehen über Nacht in den Kühlschrank stellen. Dabei kann ruhig etwas weniger Germ genommen werden, als im Rezept angegeben, da die längere Gärzeit dies wieder ausgleicht. Schmeckt dann auch weniger hefig.

Neben der klassischen Eier-Speck-Kombination schmecken Englische Muffins auch ausgesprochen gut mit Marmelade. Wer es besonders Britisch mag nimmt Orangenmarmelade. Ich selbst habe als Kind meine (gekauften) Muffins immer mit Kiwi-Stachelbeere verschlungen. Nächstens Mal dann wieder!

Eiermuffin_0278

Eiermuffin_0279

Eiermuffin_0287

Eiermuffin_0308

Eiermuffin_0316

Mittwoch, 30. Dezember
Darauf ne heiße Schoki

Heisse_Schoki_0254

Das eine Jahr geht, das andere kommt – und weil es jetzt auch etwas kälter geworden ist, gibt es eine heiße Schokolade zum Anstoßen.

Bei mir wird Trinkschokolade entweder mit Stückchen oder Splittern zubereitet, nie mit Pulver. Das klumpt nur. Außerdem kommt der Rahm (der aufgrund des Fettgehaltes unbedingt hinein muss) nicht auf sondern in die süße Flüssigkeit. Obendrauf kommt bei mir aufgeschäumte Milch. Ein cremiges i-Tüpfelchen, welches mich früher immer neidisch auf Kaffeetrinker werden ließ. Fluffiger Milchschaum ist viel eleganter als so ein fettiger, aus der Dose gesprühter Sahneklops – der in der heißen Schoki so quälend langsam versinkt wie die Titanic im Eismeer. Um dem i-Tüpfelchen aber noch die Krone aufzusetzen (ja, das ist möglich) wird der – logischerweise getrennt aufgeschlagene – Milchschaum mit einem Sirup nach Wahl gepimpt. Mindestens mal Vanille, es eignen sich aber auch Haselnuss, Mandel, Kokos oder Karamel. So bekommt die Trinkschokolade etwas von Dany Sahne – dieser verführerische Zwei-Komponenten-Pudding, den man als Kind geliebt hat, heute aber keinesfalls seinem eigenen Nachwuchs kaufen würde. Muss ja auch nicht sein. Bei einer so feinen selbstgemachten heißen Schoki.

Prost Neujahr und alles Gute für 2016!